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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Ueber  die  Alexandreis  Ulrichs  von  Eschenbach.

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Xerxes,  der  den  Darius  rächte,  indem  er  die  Griechen  unterwarf ­
  und  Athen  einäscherte:  all  das  steht  im  ärgsten  Widerspruche ­
  zur  früheren  Erzählung.  Ebenso  albern  wird  uns  dann
noch  versichert,  dass  Antigonus  der  Königin  auch  viel  Ehre
erwies  (27696J.  Darauf  folgt  eine  Verweisung  auf  Daniel,  der
das  Leben  Alexanders  vorausgesagt  hat  (was  auch  vorher  öfter
erwähnt  ist,  beginnt  doch  das  Gedicht  damit)  und  27730  heisst
es  endlich:  hie  muoz  ich  die  rede  läzen  dis  buoches.  Es  folgt
aber  doch  noch  ein  Gebet  für  König  Wenzel,  das  er  27752
feierlich  mit  secula  seculorum  amen  schliesst.  Aber  noch  nicht
genug.  Es  kommt  ein  neuer  Epilog,  in  dem  er  um  Nachsicht ­
  bittet:
ob  mir  der  sinne  gehrach,
da%  ich  iergen  mich  vergaß
da$  ich  niht  so  suo$e  ma%
dise  rede,  als  ir  doch  zimt,
und  der  zum  Schluss  wieder  in  Gebet  übergeht.  27779  hören
wir  endlich  dis  buoches  ist  nimmere  —  aber  dar  nach  volgt
ein  guotiu  lere  als  Anhang,  und  diese  gute  Lehre  geht  bis
Vers  28000.  Diese  Zahl  erklärt  uns  nun,  warum  er  gar
nicht  enden  kann,  denn  offenbar  wollte  er  diese  erreichen  und
hat  dies  nur  mit  grösster  Mühe  zu  Stande  gebracht.
In  diesem  Umfange  ist  das  Gedicht  zuerst  veröffentlicht
worden,  wie  die  Heubacher  und  Basler  (und  die  ehemals  Wittenberger) ­
  Hs.  bezeugen.  Im  Laufe  der  Zeit  aber  hat  Ulrich  ein
neues  Abenteuer  von  Alexander  erfahren,  das  er  noch  nicht
erzählt  hatte.  Er  dichtete  also  (mindestens  zehn  Jahre  später,
vielleicht  schon  im  XIV.  Jahrhundert)  eine  Fortsetzung,  die
man  wohl  als  XI.  Buch  bezeichnen  kann.  Gegenstand  derselben
ist  die  Belagerung  der  Stadt  Tritonia  durch  Alexander:  eine
gelehrte  Allegorie.  Tritonia  ist  die  dreifache  Weisheit  der
Alchymie,  Astronomie  und  Negromanzie,  gegen  welche  der
grosse  Alexander  mit  all  seinen  Helden  nichts  ausrichtet,  die
mit  Gewalt  überhaupt  nicht  bewältigt  werden  kann.  Erst  als
ihm  Aristoteles  zu  Hilfe  kommt,  vermag  er  in  die  triplex  sapienha
  einzudringen  und  sie  sich  unterthan  zu  machen.
Diese  grosse  Allegorie  ist  durchaus  nicht  ohne  Interesse.
Die  Erörterungen  über  die  menschliche  Freiheit  z.  B.,  oder
die  Verurtheilung  der  Goldmacherei  durch  den  Mund  des
Situmgatwr.  d.  phU.-iiiat.  CI.  XCTII.  Bd.  II.  Hft.  CI
            
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