Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

322

T  o  i  8  c  li  e  r.

Feld  nach  vor-  und  rückwärts  nicht  hinausreicht.  So  begegnen
ihm  Wiederholungen  und  schroffe  Widersprüche.  Er  brauchte
ja  auch  gar  nicht  zu  fürchten,  dass  jemand  sein  colossales
Werk  in  continuo  lesen  würde.  Und  er  war  ein  armer  Spielmann, ­
  der  von  seiner  Kunst  lebte,  und  er  hat  bei  wechselndem ­
  Glück  jahrelang  an  dem  Werke  geschaffen.  Da  ändern
sich  selbst  Stil  und  Darstellungsweise.  Die  Art  der  Erzählung
des  X.  Buches  ist  sehr  verschieden  von  der  des  I.  Buches
und  auch  äusserlich  zeigt  sich  die  grösste  Verschiedenheit  der
einzelnen  Bücher.
Ulrich  hat  die  Eintheilung  des  Gu.  in  zehn  Bücher  einfach ­
  herübergenommen.  Bei  Gu.  haben  alle  Bücher  (mit  Ausnahme ­
  des  X.,  das  469  Verse  zählt)  mehr  als  500,  weniger
als  600  Verse.  Bei  Ulrich  aber  zählt  das  I.  Buch  mehr
als  5000,  die  folgenden  erreichen  keines  3000,  das  VI.  hat
gar  nur  1000  Verse,  während  das  X.  wieder  mehr  als  7000
zählt.  Die  Ursachen  dieser  Verschiedenheit  liegen  theilweise
allerdings  bloss  in  der  grösseren  oder  geringeren  Fülle  von
Stoff,  die  dem  Dichter  von  anderen  Seiten  zufloss.  Wir  werden ­
  aber  sehen,  dass  dies  nicht  die  einzige  Ursache  war,  dass
im  Gegentheil  auch  rein  persönliche  Verhältnisse  des  Dichters
dabei  in  Betracht  kommen.
Gleich  am  Anfang  hat  Ulrich  viel  zu  erzählen,  was  Gu.
übergangen  hat.  Dieser  zeigt  uns  gleich  zu  Beginn  seines
Werkes  den  trotzigen  Knaben  Alexander,  den  es  mit  Unrnuth
  erfüllt,  dass  sein  Vater  einem  Fremden  tributpflichtig
ist.  Hierauf  eine  Lehre  des  Aristoteles  über  die  Pflichten  des
Herrschers.
Ulrich  beginnt  mit  König  Philipp,  erzählt  ausführlich
von  Neptanabus  und  dessen  Verkehr  mit  Olimpias.  Auch  bekommen ­
  wir  hier  eine  ausführliche  Schilderung  von  der  Macht
des  ,Kaisers'  Darius.  Dann  folgt  die  Geburt  Alexanders.  Ulrich
erzählt  hier  gleich  die  Wundei’,  die  Alexanders  Geburt  begleiten,
die  Gu.  erst  bei  seinem  Tode  (X,  342  ff.)  erwähnt.  Dann  belichtet ­
  er  von  seinem  Heranwachsen,  dass  er  Aristoteles  zum
Lehrer  hatte,  und  nun  erst  (1329)  ist  er  dort  angelangt,  wo
Gu.  beginnt.  Nach  dessen  Darstellung  folgt  nun  die  Schilderung ­
  der  Kampfbegierde  des  Knaben  und  die  Lehren  des
Aristoteles  (Gu.  I,  27—202  =  Ulrich  1329—1656).  Darnach
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.