lieber die Alexandreits Ulrichs von Eschenbach.
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Ivancic, Wie hat Walther von Castiglione (sic) Vergil nachgeahmt
(Programm des Gymnasiums zu Mitterburg, 1878).
Der christliche Dichter hat auch wie die antiken den ganzen
mythologischen Apparat in seinem Epos in Thätigkeit gesetzt.
Wenn man aber diesen Göttern und Göttinnen, die Gu. einführt,
etwas schärfer ins Auge schaut, da erscheinen sie als
Allegorie und hohle Phrase (vgl. die Angaben der Tageszeit
VII, 1—13. X, 356—374 u. a.). Wenn eine höhere Macht eingreift,
so ist es die starke Hand Jehovahs, der allmächtige
Wille des Einen Gottes, der da spricht: Es ist kein Gott
ausser mir.
Der schaffenden Phantasie hat Gu. ausserhalb jener
Schlusspartie noch oft freien Lauf gelassen, aber wo er erfindet,
erfindet er nach Analogie der römischen Epiker. So in den
grossen Schilderungen der Schlachten bei Issos und bei Arbela; 1
so jene schöne Episode von den treuen Cameraden Symmachus
und Nicanor IX, 77—147; 2 so auch in der ausführlichen Beschreibung
des Schildes des Darius II, 496 ff. Aber da begegnet
uns wieder dieselbe naive Confusion: auf dem Schilde
des Perserkönigs ist biblische Geschichte gebildet und ebenso
muss dann später Apelles auf Geheiss Alexanders das Grabmal
der Gattin des Darius (IV, 176—274) und theilweise auch das
des Darius selbst (VII, 379—430) mit Darstellungen aus der
biblischen Geschichte schmücken.
Andererseits wieder muthet er seinen Lesern dieselbe
Kenntniss der griechisch-römischen Mythologie und Sage zu,
wie die römischen Dichter ihren Zeitgenossen. Gu. selbst
hat sich auf diesem Gebiete die sichersten Kenntnisse erworben
und liebt es nun, Anspielungen darauf überall anzubringen,
wo sich nur irgend Gelegenheit dazu bietet, bald
kurz und dunkel mit wenig Worten, bald auch in längerer
Erzählung (vgl. z. B. III, 435 und VIII, 226— 240). Das war
dann vielleicht die Veranlassung, dass auch auf manche Thaten
Alexanders, von denen Curtius ausführlich berichtet, nur mit
1 Doch möchte ich für diese Partien doch erwähnen, dass Gu. auch die
nationalen Epen kannte: vgl. die Anspielung auf die Kolandsage V, 516
Q uas Sub Carolo mei'uit Hispania solvere poenas.
Nach dem Yorbilde von Nisus und Euryalus, Aen. IX, 169—449.