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T o i s c h o r.
wie diese, oder sie wo möglich noch übertreffen. So schon in
der Wahl des Stoffes: Er hebt im Prologus zu seinem Gedichte
hervor: altitudinem materiae, quam nullus veterum poetarum,
teste Servio, ausus fuit aggredi perscribendam. Aus dem
Studium der römischen Epiker ergab sich ihm der streng einheitliche
Bau des Gedichtes mit Beiseitelassung alles Unwesentlichen,
Kleinlichen oder zu weit Abliegendeu. Ja, den
Grundgedanken für das ganze Gedicht hat ihm einer jener
unsterblichen Alten überliefert: Lucan, der in seiner Phars.
X, 41 (neben Anderem) über Alexander sagt: naturaque
solum Hunc potuit finem vesano ponere regt. Gu. stellt darnach
Alexander dar als den Helden und König, dem es vom Schicksal
bestimmt ist, sich den Erdkreis dienstbar zu machen. Der
ist damit nicht zufrieden. Die Erde ist ihm zu klein und zu
eng. Er strebt ins Uebermenschliche — aber wie er die
Grenzen der Natur zu überschreiten sucht, hat diese seinen
Untergang schon bereitet. In breit epischer Weise schildert
Gu. die Heldenthaten Alexanders von seinem Knabenalter bis
zur Unterwerfung Indiens. Immer Grösseres und Grösseres
hat der ,wunderliche' Held verübt, aber sein Thatendurst ist
nicht befriedigt. Er will noch immer weiter. Da steigt die
Natura zum Styx hernieder und ruft den Leviathan, den Vater
und Rächer der Frevel, zu Hilfe; dieser sendet aus seinem
Reiche die Proditio und dadurch findet Alexander seinen
Untergang.
Der Dichter hat also für den Schluss seines Epos die
historische Darstellung des Curtius unbrauchbar gefunden, aber
er hat auch alle die wunderbaren und unglaublichen Abenteuer
verschmäht, welche Alexander nach der Sage in oder hinter
Indien noch bestanden, er hat vielmehr eine jener Allegorien
erfunden, die in seiner Zeit beliebt waren, die uns aber in der
krausen Vermengung von Heidenthum und Christenthum wenig
ansprechen.
Gu. ahmt in seiner Beschreibung der Unterwelt das
sechste Buch der Aeneide nach, weiss aber Vorstellungen der
christlichen Hölle damit zu vereinigen. In der Schilderung
des Leviathan selbst hat er viele Züge des Cerberus von
Vergil verwendet, während das ganze Wesen der Proditio aus
der Alecto (Aen. VH, 327—374) sich erklärt: vgl. Josef