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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Ueber  die  Alexandreis  Ulrichs  von  Eschenbach.

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von  dem  er  doch  selbst  einmal  richtig  bemerkt  (S.  24),  dass
Gu.  ihn  vor  allen  römischen  Dichtern  bevorzugt  habe.  Und
seine  ganze  Hypothese  von  dieser  angeblichen  Quellenschrift
des  Gu.  würde  Herr  Francke  kaum  in  die  Welt  geschickt
haben,  wenn  er  berücksichtigt  hätte  (was  in  der  Ausgabe  des
Curtius  von  Jul.  Mützell,  Berlin  1841/42,  I,  XXIX  ff.  zusammengestellt ­
  ist),  wie  vielfach  Gu.  Fehler  unserer  Hss.  des
Curtius  mit  in  sein  Gedicht  herübergenommen  hat.  Diese
Fehler  können  doch  nicht  schon  im  III.  Jahrhundert  vorhanden
gewesen  sein?  Oder  ja?  Und  auch  schon  im  III.  Jahrhundert
diese  grossen  Lücken?  Denn  Gu.,  oder  wenn  man  will,  seine
Quelle,  folgt  überall  dort,  wo  unsere  Hss.  des  Curtius  Lücken
haben,  anderen  bekannten  Schriften,  eben  dem  Justinus  und  der
Historia  de  preliis.  Und  wenn  nun  Gu.  selbst  eine  so  defecte
Hs.  des  Curtius  besass,  was  hätte  er  anders  thun  können,  als
sich  für  den  Anfang  und  sonst  nach  anderen  Quellen  umzusehen
  und  durch  die  Berichte  derselben  so  gut  als  möglich  die
Lücken  des  Curtius  auszufüllen?
Wie  mit  Curtius,  so  stimmen  die  aus  Justinus  entnommenen ­
  Stellen  vielfach  auch  in  den  Ausdrücken  überein,
bei  der  Historia  de  preliis  aber  lässt  sich  das  nicht  bestimmen,
bevor  wir  nicht  eine  Ausgabe  derselben  haben;  denn  die  Recensionen,
  die  ich  kennen  gelernt  habe  (s.  S.  367  f.),  weichen  im
Ausdruck  nur  nicht  ganz  vollständig  von  einander  ab.  Nach
den  Angaben  Francke’s  (er  gibt  freilich  nicht  an,  welchen
Text  der  Historia  er  benützt  hat)  könnte  übrigens  höchstens
noch  lür  eine  Stelle  (den  Gesang  des  Cleades  I,  328  ff.)  Jul.
Valerius  als  Quelle  in  Betracht  kommen,  aber  auch  für  diese
Stelle  dürfte  sich  eine  andere  Erklärung  finden.
Mit  dem,  was  Curtius,  Justinus  und  die  Historia  de  preliis ­
  (Hdp.)  berichten,  stand  dem  Gu.  eine  solche  Fülle  von
Stoff  zu  Gebote,  dass  wir  billig  die  weise  Beschränkung,  die
er  sich  auferlegt,  bewundern  und  die  Kunst,  mit  der  er  aus
der  Unzahl  von  Abenteuern  und  der  unübersehbaren  Menge
von  Kämpfen  seine  Auswahl  traf.
Gu.  ist  mit  den  römischen  Classikern  so  vertraut,  wie
v  lelleicht  kein  Zweiter  in  seiner  Zeit.  In  seinen  Werken  zeigt
sich  Kenntniss  des  Vergil,  Ovid,  Lucan,  Statius,  Claudius,
Horaz  und  Juvenal.  Er  wollte  ein  ähnliches  Werk  schaffen,
            
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