Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

314

Toi  sc  her.

Göttingen  1859)  sind  in  den  Jahren  1175—1185  abgefasst,  und
in  diesen  geschieht  von  der  Al.  bereits  Erwähnung. 1  Es  wäre
doch  sonderbar,  wenn  der  Dichter  gleichzeitig  nebeneinander
in  Rhythmen  und  Metren  gedichtet  hätte,  wenn  er  während
der  ernsten  Arbeit  an  seinem  Epos,  wo  er  sich  ängstlich  abmüht, ­
  in  den  Sphären  der  Alten  zu  bleiben,  jene  kecken
,Vagantenlieder'  sollte  gemacht  haben.  Auch  dass  der  Tod
des  Thomas  Becket  (f  29.  December  1170),  wenn  auch  neben
dem  des  Robert  von  Cambray  (f  1174),  VII,  329  ff.  wie
etwas  Neues  erwähnt  wird,  ist  nicht  zu  übersehen.  Und  wir
haben  ja  Nachrichten  auch  über  die  Abfassungszeit  des  Gedichtes, ­
  die  fast  bis  an  die  Zeit  des  Dichters  hinanreichen.
Im  Cod.  Philol.  258  der  k.  k.  Hofbibliothek  in  Wien  (XIII.
Jahrhundert),  der  die  Al.  enthält,  steht  am  Schlüsse:  Thomas
Cantuariensis  episcopus  passus  est  anno  domini  MCLXX  et  eodem
anno  inceptus  fuit  Über  iste  a  magno  Gualthero,  finitus  autem
fuit  anno  domini  MCLXXV  (vgl.  Tabulae  cod.  mascr.  Vind.  I,
Nr.  568).  Dieselbe  Notiz,  nur  in  etwas  anderer  Fassung,  steht
in  den  Codd.  8351,  fol.  I  (XIII.  Jahrhundert)  und  8359,  fol.  75
(XIV.  Jahrhundert)  der  Bibi,  nationale  in  Paris  (die  Stellen
mitgetheilt  von  Thurot  in  der  Revue  critique  1870,  Art.  35,
S.  123) 2  und  im  Cod.  Mathiaeus  der  Al.  (die  Stelle  abgedruckt
bei  F.  A.  W.  Müldener,  de  vita  magistri  PhUippi  Gualtheri  ab
Insidis  .  .  Göttingen  1854,  S.  35)  und  wahrscheinlich  in  noch
anderen  der  sehr  zahlreichen  Hss.  der  Al. 3
Aber  schon  das  Vorhandensein  in  den  angeführten  Hss.
beweist,  dass  diese  Notiz  sehr  alt  ist,  mindestens  bis  in  den
Anfang  des  XIII.  Jahrhunderts  zurückgeht.  Unmöglich  ist  es
freilich  nicht,  dass  irgend  ein  Gelehrter  der  Zeit  nach  der
Stelle  VII,  329  ff.  und  nach  dem  guinquennium  des  prologus
diese  Notiz  angehängt  hat,  aber  da  andere  Erwägungen  uns
ebenfalls  auf  die  Zeit  vor  1175  als  die  der  Abfassung  des
Gedichtes  verwiesen  haben,  etwas  Sicheres  sich  gegen  die

1  Giesebrecht  a.  a.  O.  366.  Oscar  Hubatsch,  Die  lateinischen  Vagantenlieder ­
  des  Mittelalters,  Görlitz  1870,  S.  84  ff.
2  Die  hier  recensirte  Schrift:  Walter  von  Chatilion,  von  Richard  Peiper,
Breslau  1869  (Festschrift  des  Gymnasiums  in  Brieg)  ist  mir  leider  unerreichbar ­
  geblieben.
3  Die  k.  k.  Hofbibliothek  in  Wien  allein  besitzt  deren  acht.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.