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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Beiträge  zur  Geschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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dem  Kalender  beidrucken  liess;  sie  hätten  manchen  Einwendungen ­
  die  Spitze  abgebrochen,  die  später  in  der  Polemik
gegen  das  cyclische  Wesen  erhoben  wurden;  vor  Allem  aber
wären  die  höhnenden  Bemerkungen  und  Witzeleien  unmöglich
oder  wenigstens  ganz  unberechtigt  geworden,  welche  über  die
in  der  Bulle  ausgesprochene  ,Perpetuität'  des  neuen  Kalenders
gemacht  wurden.  Aus  dem  Commissionsberichte  erfahren  wir
auch,  dass  zugleich  mit  dem  Kalender  das  Martyrologium  neu
herausgegeben  werden  sollte;  auch  dies  geschah  nicht  und  erst
Sixtus  V.  holte  das  im  Jahre  1586  nach.  1
Man  sieht  also,  dass  die  Commission  allzu  optimistisch
war,  als  sie  die  Reform  im  Jahre  1581  vorgenotnmen  haben
wollte.  Clavius  und  Lilio,  denen  die  Redaction  des  ,Liber - '  übertragen ­
  worden  war,  kamen  trotz  Querengo’s  Mithilfe  nicht  zu
Stande,  und  dazu  trat  noch  ,eine  längere  Krankheit  des  Cardinal ­
  Sirlet,  welche  die  Arbeiten  empfindlich  hemmte 2  und
namentlich  störend  für  die  Ausarbeitung  des  Kalenderfragments
gewesen  sein  muss,  da  man  bei  ihr  der  Beihilfe  des  Herausgebers ­
  des  neuen  Breviers  kaum  entbehren  konnte.  So  wurde
denn  auf  den  ursprünglichen  Plan  zurückgegangen,  das  Jahr  1582
zur  Correctur  zu  verwenden,  und  wie  rasch  selbst  dieser  Termin ­
  der  Commission  an  den  Leib  rückte,  zeigt  sich  darin,
dass  man  erst  im  Februar  dieses  Jahres  durch  die  Bulle
,Inter  Gravissimas',  die  sicher  auch  mit  Zuziehung  von  Commissionsmitgliedorn,
  vielleicht  von  dem  jetzt  wohl  schon  etwas
in  der  Sache  informirten  Querengo  redigirt  worden  ist,  den
Kalender  publicirte,  statt  durch  einen  lang  gestellten  Termin
es  möglich  zu  machen,  dass  derselbe  zur  rechten  Zeit  auch
in  die  entfernteren  Länder  gelangen  konnte.  Dass  die  Zeit
sehr  knapp  wurde,  beweist  auch  der  Umstand,  dass  man  in
Rom  viel  zu  wenig  Exemplare  des  Kalenders  noch  rechtzeitig
drucken  lassen  konnte,  was  in  Folge  des  Verbotes  Gregors,

1  Martyrologium  Romanum  ad  novam  Calendarii  rationem  et  ecelesiasticae
historiae  veritatem  restitutum  cum  notationibus  Caesaris  Baronii  Sorani.
Rom  1586.  Noch  in  der  Bulle  ,Inter  Gravissimas 4  wird  vom  gleichzeitigen
Druck  des  Kalenders  und  des  Martyrologiums  gesprochen.
2  Wir  erfahren  dies  aus  dem  oben  eitirten  Briefe  im  Cod.  Vatic.  5645,
fol.  182.
            
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