Beiträge zur Geschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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desselben wesentlichen Antheil genommen habe; Ignazio Dantes,
der zu Bologna den berühmten Gnomon in der Petroniuskathedrale
errichtet hatte und jetzt seit längerer Zeit zur Anfertigung
geographischer Karten im Vatican weilte, und Christof
Clavius, der seine Befähigung zu dem ihm übertragenen Amte
durch seine späteren Schriften hinlänglich bewies. Auch Petrus
Ciaconus ist Mathematiker gewesen, dagegen wird wohl die
Beiziehung des Patriarchen von Antiochien nur als eine formelle
anzusehen sein, um Zustimmung und Giltigkeit auch für den
Orient zu bekunden; wie denn auch der Umstand, dass in
der Commission neben den Italienern je ein Deutschex - , Franzose
und Spanier sass, vielleicht nicht auf blossen Zufall, sondern
auf das Bestreben zurückzuführen ist, ihr ein universelles
Gepräge zu geben. Ausser diesen Männern muss der Commission
von Anfang an ein Mönch aus Monte-Cassino, Theofilus
Martins mit Namen, angehört haben, welcher aus Gründen,
die wir gleich sehen werden, nicht in ihrer Eingabe im Cod.
Yatic. 3685 unterschrieben erscheint.
Die erste Arbeit der Commission war die Prüfung des
Werkes Lilio’s, die sehr bald zu einem günstigen Resultate
geführt haben muss, denn schon Ende des Jahres 1577 wurde
dasselbe in einen Auszug gebracht und als solcher, dem Willen
des Papstes gemäss, an die katholischen Fürsten und Univex - -
sitäten versandt. 1 Mit Ausnahme des Vorschlags, dass die
Reform im Jahre 1582 ins Werk gesetzt werden sollte und
der diesem Beschlüsse entsprechenden Anordnungen im Compendium,
hat die Commission hiebei nichts Selbstthätiges geleistet;
selbst Fragen, die von Lilio noch offen gelassen worden
waren, wie die Art der Auslassung der 10 Tage, sind nicht
beantwortet, und noch auffälliger ist das Schwanken darüber,
ob die Alphonsiuischen Tafeln, welche Lilio benützt hatte,
oder die Prutenischen als Basis des astronomischen Theils der
Correctur dienen sollten. Der überhaupt sehr dürftige Auszug
wurde in einen Brief an die ,periti MathematicF eingeflochten,
in welchem denselben die nöthigen Erklärungen und sehr
im persönlichen Verkehre mit Antonio seine Bedenken gegen ihren
Epacteneyclus geäussert.
1 Das ,Compendium novae rationis restituendi Calendarii 1 bei Clavius’
,Romani Calendarii a Gregorio XIII. restituti Explicatio“. Rom, 1603. p. 3.