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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Beschreibung  der  isländischen  Saga.  T.

161

Auch  was  der  Verfasser  unmöglich  wissen  kann,  wird
hie  und  da  erzählt.  —  Z.  B.  was  Egill  bei  dem  kurländischen
Abentheuer,  von  seinen  Gefährten  getrennt,  von  den  Feinden
nicht  gesehen,  thut.  —  Am  auffallendsten  aber  sind  die  letzten
Lebensäusserungen  Skarphedhins  in  Njala  C.  130,  20  ff. 1
Aber  nicht  immer;  im  Gegentheil,  es  ist  das  seltenere.
Eigla  C.  61,  S.  396,  C.  88,  S.  766  wird  nicht  erzählt,  nur
als  Vennuthung  der  Leute  berichtet,  dass  Egill  und  Skallagrimr
  vor  ihrem  Tode  ihre  Schätze  verborgen  hätten.  Es  war
niemand  dabei,  der  es  hätte  erzählen  können.  Auch  was  zwei
Personen  allein  thun,  wird  verschwiegen,  wenn  sie  dabei  ihren
Tod  finden.  Hardh.  S.  115:  Thorgrima  und  Thorbjörg  treffen
sich,  dann  werden  ihre  zerrissenen  Leichen  gefunden.  Aehnlich
S.  116  Grimkell  und  Thordlir,  aber  auch  die  Art  des  ehelichen
Verkehrs  zwischen  Hrutr  und  Unnr  in  Njala  kann  C.  6,  63  ff.
nur  errathen  werden.
Auch  wenn  zwei  sich  heimlich  besprechen,  wird  oft  der
Inhalt  des  Gespräches  nicht  angegeben,  Eyrb.  S.  49.  64,  Laxd.
C.  71,  S.  305,  Njala  C.  91,  27,  C.  92,  49.

In  Erwähnung  natürlicher  Vorgänge  und  Verrichtungen
und  deren  Benennung  herrscht  wenig  Beschränkung:  ganga
dlfreka  u.  ä.  Eir.  W.  124,  Eyrb.  S.  7.  10.  40.  98,  Floam.  S.  149,  10,
Reykd.  S.  305,  —freta  Dropl.  S.  31,  Ljosv.  S.  54,  von  Kindern,—
spyja  Eigla  C.  74,  S.  552  f.,  —  serdhci  und  Umschreibungen,
Bjarn.  S.  31  in  einem  Gedicht,  Fostbr.  S.  56  (klappa  um  maga
konum),  Grettla  C.  17,  S.  33  (klappa  um  Tcvidhinn  d  konu  Bdrdhar),
  Korm.  C.  20,  S.  195  in  einem  Gedicht,  Njala  C.  7,  47
in  der  Rede  Unns  (sie  erklärt  ihrem  Vater  die  Impotenz  ihres
Mannes),  C.  8,  48  in  der  Rede  von  Kindern,  C.  17,  11  (brölta
d  maga  Hallgerdhi),—  Onanie?  Band.  S.  23,  —  Paederastie  Fostbr.
8.  103,  etwas  ähnliches  Thorst.  S.  175,  26,  Thorv.  S.  45,  —-geschlechtlicher
  Verkehr  mit  Dämonen,  Njala  C.  123,  93.
1  S.  Döring,  Bemerkungen  S.  23.  Aber  das  Beispiel  aus  Vatnsd.  S.  44,
23  ff.  ist  unsicher.  S.  44,  11  heisst  es  nur,  dass  nicht  viel  Leute  bei
Thorolfr  waren.  Dass  seine  Handlungen  innerhalb  der  Hiitte  keine  Zeugen
gehabt  hätten,  ist  nicht  zu  erweisen.
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XLVII.  Bd.  I.  Hft.  11
            
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