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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Beschreibung  der  isländischen  Saga.  I.

159

Das  Lachen  über  ein  Kind,  er  fretadhi,  verräth  die  Gemüthsstimmung
  einer  handelnden  Person,  Dropl.  S.  31,  Ljosv.
S.  54.
Die  Aufforderung  des  Dieners,  ins  Haus  zu  treten,  wird
nicht  angenommen,  man  verlangt  vom  Herrn  selbst  eingeladen
zu  werden:  Bjarn.  S.  53,  Fostbr.  S.  9,  Haens.  S.  157.
Ein  Diener  weigert  sich  etwas  zu  thun;  er  wird  gefragt,
oh  es  ihm  lieber  sei,  geschlagen  zu  werden:  Bjarn.  S.  51  f.
(Thorsteinn  mael.ti:  Hvat  man  thd  vardlia,  tho  at  thü  farir  naudhigr,
  ef  iher  thykkir  sä  betri),  Gisl.  S.  27  (Thd  geingr  Thorgrimr
  at  honum  ok  slaerr  kann  bujfeitt  mikit  ok  maelti:  Far  nü
thd,  ef  t.her  thikkir  nü  betra.  Nü  skal  fara,  sagdlie  kann,  thd
dt  ml  se  verra),  Svarfd.  S.  168  f.  (Karl  hljdp  at  SMdha,  ok
tekr  liann,  err  keirir  nidhr  fall  mikit,  ok  smaelti:  seg  nü  ef
ther  er  nü  betra  en  fyrr).

Zu  Haupt-  und  Nebenbegebenheiten.
Die  Entwickelung  der  Begebenheiten  und  ihr  Ausgang
machen  den  Eindruck  der  Wahrheit,  obwol  sie  oft  historisch
unwahr  sind. 1  Der  Gute  triumphirt  nicht  immer,  und  nie,  weil
er  gut  ist,  er  kann  auch  unterliegen,  —  der  Böse  unterliegt
nicht  immer,  und  nie,  weil  er  böse  ist,  häufig  geht  er  als  Sieger
aus  dem  Conflicte  hervor.
Auch  sonst  werden,  abgesehen  von  dem  Wunderbaren,
selten  Begebenheiten  erzählt,  welche  unwahrscheinlich  oder
unmöglich  sind.  Uebertreibungen  kommen  vor,  z.  B.  der  Hieb,
mit  welchem  Gisli  S.  69.  156  einen  Gegner  in  zwei  Hälften
spaltet,  die  Häufigkeit  der  unmittelbar  Tod  bringenden  Verwundungen, ­
  die  Hinfälligkeit  und  plötzliche  Aufraffung  Havardhs,
der  Selbstmord  der  Freunde  Ingimunds  bei  der  Nachricht  von
seinem  Tode,  Vatnsd.  S.  39,  8  ff.
Unmöglich  ist  das  Gedicht  des  dreijährigen  Egill,  Eigla
C-  31,  S.  150.  Unmöglich,  dass  Gudhmunds  Heidh.  (V.  St.)
S.  314  den  tragischen  Tod  seines  Sohnes,  seiner  Frau,  dessen

Maurer,  lieber  die  Haensa  Thoris  Saga.  Abhandlungen  der  Münchner
Akademie,  philos.-philolog.  Classe  12,  157.  Jessen,  Sybels  Zs.  2S,  61:
Ueber  die  Glaubwürdigkeit  der  Egilssaga  und  anderer  Isländer  Sagas.
            
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