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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Beiträge  zur  Geschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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Gutachten,  die  in  dieser  Angelegenheit  an  Gregor  XIII.  eingelaufen ­
  waren,  dar.  Aber  er  führte  auf  noch  weitere  Spuren;
zunächst  erfuhr  ich  aus  einer  Vorsteckblattnotiz,  dass  das
Original  des  Codex  sich  in  der  Vaticana  als  Cod.  Vatic.  5645
findet;  ferner  ist  dem  Codex  nach  dem  gleich  unten  zu  besprechenden ­
  einleitenden  Briefe,  der  uns  über  das  Zustandekommen ­
  der  Sammlung  belehrt,  ein  Index  beigegeben,  welcher
neben  den  im  Codex  vorkommenden  Schriftstücken  noch  eine
grössere  Anzahl  solcher  verzeichnet,  die  sich  nicht  in  ihm  finden;
zu  diesen  nicht  als  Gruppe  zusammengestellten,  sondern  zerstreut ­
  auftretenden  Titeln  sind  von  anderer  Hand  Nummern
beigeschrieben,  die  sich  nach  ihrer  Sammlung  als  von  7047
bis  7058  fortlaufende  Zahlen  erwiesen.  Die  Notiz  im  Codex
erwies  sicli  als  wahr,  der  Cod.  Vatic.  5645  ist  sein  Original,
und  auch  die  naheliegende  Vermuthung,  dass  mit  dem  eben
besprochenen  Nummernverweis  ebenfalls  Codices  Vaticani  gemeint ­
  seien,  war  zutreffend,  und  so  hatte  ich  in  dem  Cod.
Vatic.  5645  und  der  Serie  Codd.  Vatic.  7047—7058  sämmtliche
Einläufe  an  die  Curie  gefunden,  und  konnte  sie,  soweit  sich
dies  mit  meinen  sonstigen  Arbeiten  vereinen  liess,  ausbeuten.
Aus  zwei  Gruppen  setzt  sich  also  mein  Material  für  diese
Abhandlung,  mit  der  ich  den  ersten  Nachtrag  zu  meinen  von
der  Gelehrtenwelt  freundlich  aufgenommenen  Arbeiten  über  die
Kalenderreform  gebe,  zusammen:  aus  dem  Cod.  Vatic.  3685,
der  uns  über  die  Arbeiten  der  Commission  Aufschluss  gibt,
und  aus  der  eben  besprochenen  Serie,  welche  die  eingelaufenen
Gutachten  enthält  und  uns  über  die  oben  aufgeworfene  Frage
nach  dem  Grunde  ihrer  Verheimlichung  und  über  ihren  Einfluss ­
  auf  das  Kalenderwerk  aufklären  soll.  Die  beiden  Gruppen
haben  verschiedenes  Schicksal  gehabt;  während  der  Commissionsbericht ­
  von  Anfang  an  in  den  sicheren  Mauern  des  Vaticans
  geborgen  war  —  sein  Einband  trägt  das  Wappen  des  Papstes
Gregor  XIII.,  respective  der  Boncampagni 1  —  kamen  die  Gutachten ­
  erst  im  Jahre  1595  in  die  Bibliothek.  Sie  waren  nämlich ­
  früher  in  den  Händen  des  Cardinal  Sirlet,  dem  sie  als
Präsidenten  der  Kalendercommission  von  Gregor  XIII.  wohl

1  Das  Wappen  bei  Ciaeonius  Vitae  et  gesta  Summorum  Pontificum  p.  1189.
und  1217.
            
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