Beiträge zur Geschichte der Gregorianischen Kalenderreform.
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Gutachten, die in dieser Angelegenheit an Gregor XIII. eingelaufen
waren, dar. Aber er führte auf noch weitere Spuren;
zunächst erfuhr ich aus einer Vorsteckblattnotiz, dass das
Original des Codex sich in der Vaticana als Cod. Vatic. 5645
findet; ferner ist dem Codex nach dem gleich unten zu besprechenden
einleitenden Briefe, der uns über das Zustandekommen
der Sammlung belehrt, ein Index beigegeben, welcher
neben den im Codex vorkommenden Schriftstücken noch eine
grössere Anzahl solcher verzeichnet, die sich nicht in ihm finden;
zu diesen nicht als Gruppe zusammengestellten, sondern zerstreut
auftretenden Titeln sind von anderer Hand Nummern
beigeschrieben, die sich nach ihrer Sammlung als von 7047
bis 7058 fortlaufende Zahlen erwiesen. Die Notiz im Codex
erwies sicli als wahr, der Cod. Vatic. 5645 ist sein Original,
und auch die naheliegende Vermuthung, dass mit dem eben
besprochenen Nummernverweis ebenfalls Codices Vaticani gemeint
seien, war zutreffend, und so hatte ich in dem Cod.
Vatic. 5645 und der Serie Codd. Vatic. 7047—7058 sämmtliche
Einläufe an die Curie gefunden, und konnte sie, soweit sich
dies mit meinen sonstigen Arbeiten vereinen liess, ausbeuten.
Aus zwei Gruppen setzt sich also mein Material für diese
Abhandlung, mit der ich den ersten Nachtrag zu meinen von
der Gelehrtenwelt freundlich aufgenommenen Arbeiten über die
Kalenderreform gebe, zusammen: aus dem Cod. Vatic. 3685,
der uns über die Arbeiten der Commission Aufschluss gibt,
und aus der eben besprochenen Serie, welche die eingelaufenen
Gutachten enthält und uns über die oben aufgeworfene Frage
nach dem Grunde ihrer Verheimlichung und über ihren Einfluss
auf das Kalenderwerk aufklären soll. Die beiden Gruppen
haben verschiedenes Schicksal gehabt; während der Commissionsbericht
von Anfang an in den sicheren Mauern des Vaticans
geborgen war — sein Einband trägt das Wappen des Papstes
Gregor XIII., respective der Boncampagni 1 — kamen die Gutachten
erst im Jahre 1595 in die Bibliothek. Sie waren nämlich
früher in den Händen des Cardinal Sirlet, dem sie als
Präsidenten der Kalendercommission von Gregor XIII. wohl
1 Das Wappen bei Ciaeonius Vitae et gesta Summorum Pontificum p. 1189.
und 1217.