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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Kaltenbrunner.

und  doch  verschweigt  er  sie,  so  dass  bis  jetzt  nur  aus  andern
Quellen  einzelne  Namen  derselben  bekannt  wurden,  dass  bis
jetzt  die  vollständige  Zusammensetzung  der  Commission  verborgen ­
  war.  Mag  bei  der  Verschweigung  der  Arbeiten  derselben ­
  vielleicht  der  Umstand  massgebend  gewesen  sein,  dass
nach  langen  Jahren  erst  Clavius  literarisch  auftrat,  zu  einer
Zeit,  wo  seine  Collegen  von  der  Commission  entweder  von
Koni  oder  vom  Leben  geschieden  waren  und  die  Entwürfe
und  die  innerhalb  derselben  geltend  gemachten  gegenteiligen
Ansichten  durch  die  Publication  des  Werkes  gegenstandslos
geworden  waren,  so  fordert  es  doch  eingehende  Prüfung,
warum  die  zustimmenden  Erklärungen  der  katholischen  Gelehrten ­
  nicht  angeführt  worden  sind.  Ein  Grund  ist  allerdings
darin  zu  suchen,  dass  dieselben  zur  Zeit,  als  Clavius  schrieb,
nicht  in  seinen  Händen  waren;  aber  dafür  waren,  wie  ich  gleich
unten  bei  Besprechung  meiner  Quellen  darthun  werde,  höchst
wahrscheinlich  die  Acten  der  Commission  in  seinem  Besitz,
und  in  ihnen  mussten  sich,  wenn  auch  nicht  Abschriften,  so
doch  Excerpte  und  Beurteilungen  der  Gutachten  finden,  ausser
man  wollte  annehmen,  dass  die  Einläufe  von  der  Commission
ganz  unberücksichtigt  ad  acta  gelegt  worden  seien.  Da  aber
dies  doch  sehr  unwahrscheinlich  ist,  so  muss  man  den  Grund
ihrer  Verschweigung  darin  suchen,  dass  sie  absichtlich  übergangen ­
  worden,  sei  es,  weil  sie  zu  unbedeutend  waren,  sei  es,
weil  sie  der  Ausführung  des  Reformwerkes  überhaupt  oder
der  geplanten  Weise  desselben  Opposition  machten.
Als  es  mir  im  vorigen  Jahre  durch  die  Munificenz  der
hohen  kaiserlichen  Akademie  möglich  war,  in  Rom  anderer
wissenschaftlicher  Zwecke  halber  zu  verweilen,  konnte  ich  es
mir  nicht  versagen,  nach  dieser  Richtung  hin  Forschungen  anzustellen, ­
  die  eine  Zeit  lang  ziemlich  erfolglos,  dafür  aber
später  vom  Glücke  begünstigt  waren.  Der  Katalog  der  Vaticanischen
  Bibliothek  bot  einzig  unter  dem  Schlagworte  ,Reformatio ­
  Calendarik  den  Cod.  Vatic.  3685,  der  sich  als  ein
Bericht  der  Commission  an  Gregor  XIII.  erwies.  Bald  darauf
entdeckte  ich  in  der  Biblioteca  Casanatense  (Minerva)  den
Codex  X.  VI.  1,  welcher  den  Titel  führt:  ,Epistolae  principum
ad  Gregorium  XIII.  de  reformatione  Kalendarii'.  Er  stellte  sich
als  die  Abschrift  einer  Anzahl  von  Briefen  und  überdies  von
            
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