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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  Burgen  und  Schlösser  Südiirahiens  nach  dem  Iklil  des  Hamdäni.  II.  1033

Hai.  372  (Es-Soud),  treffen  wir  auch  den  ’AImaqah.  Wir  haben
schon  oben  darauf  hingewiesen,  dass  diese  Inschriften  von
Haramiern  herrührten,  die  von  Sabäern  abstammten  und  im
Gebiete  der  Minder  wohnten,  wesshalb  wir  bei  ihnen  eine
zwitterhafte  politische  Stellung,  wie  einen  gemischten  Cultus
finden. 1
Die  Hauptgottheit  der  Minder  ist  'Attar,  der,  wie  wir
oben  ausgesprochen  haben,  in  alter  Zeit  auch  bei  den  Sabäern
die  Hauptgottheit  war.  Während  aber  bei  den  letzteren  'Attar
ohne  jedes  Epitheton  vorkommt  und  am  meisten  noch  in  der
Form  des  ’AImaqah  verehrt  wird,  kommt  'Attar  in  den  minäischen
  Inschriften  in  doppelter  Form  vor,  als  I  )X§°
und  d-  h.  als  ,'Attar  der  Aufgehende'  und  als
,'Attar  des  Unterganges'. 2  Wir  wissen,  dass  auch  bei  den
Assyrern  Istar  in  doppelter  Form  verehrt  worden  ist,  als  aufund
  untergehender  Venusstern,  und  dass  dieser  den  Gott  des
Krieges,  jener  den  Gott  der  Liebe  vorstellte.  Merkwürdigerweise ­
  kommen  auch  in  den  minäischen  Inschriften  neben  den
beiden  'Attar  die  Gottheiten  jOfoh®  |  SIN®  jWadd 1 “  und  Nikräh'
vor.  In  ,Wadd m '  erkennen  wir  den  ,Gott  der  Liebe',  wie  die
Bedeutung  des  Wortes  ,Wadd'  unzweifelhaft  macht.  Was  ist
aber  Nikräh?  Ich  stelle  es  ohne  Bedenken  mit  arabisch  iS
,Widerwillen  empfinden,  hassen'  zusammen 3  und  übersetze  es
,Gott  des  Hasses'  oder  ,des  Krieges'.
So  sehen  wir,  dass  der  gemeinsame  Cultus  der  Sabäer
und  Minäer  ursprünglich  der  'Attar-Cultus  war,  der  wahrscheinlich ­
  von  den  Assyrern  entlehnt  worden  ist,  dass  derselbe  aber
im  Laufe  der  Zeit  bei  beiden  Völkern  eine  verschiedene  Form
annahm,  wozu  die  politische  Rivalität  nicht  wenig  beigetragen
haben  mochte.

1  Saba’  und  Ma'in  kommen  noch  vor  auf  Hai.  354  in  fragmentarischem  Zusammenhang“.

2  Zu  BIH*  jUntergehen 4  vergl.  hebr.  OIU3  'SDK  D'SSDHl  Joel  2,  10.  4,  15.
In  den  Inschriften  II.  413,  2  und  414,  2  kommt  jl) 0 ®I°1  B  ll'l'H  I  )XS°
vor;  ebenso  II.  419:  n) 0 ®IBF"l < ! > ®>  ™  darauf  hindeutet,  dass  BB^
synonym  mit  [  |  j)  °  sei.
3  Im  Aram.  lautet  bekanntlich  diese  Wurzel  t"HD  mit  fl.
            
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