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D. H. Müller.
Ma'in und Ragmat, und vor dem Feind, der zwischen
Norden und Süden sieh befand/
Diese Stelle, richtig verstanden, erzählt uns von einem
combinirten Angriff auf die Minder. Bekanntlich liegt Saba’
(Ma’rib) südlich, Chaulan nördlich von Ma'in. Beide machten
einen Angriff auf eine minäische Caravane; ihnen schlossen
sich die dazwischen liegenden kleinen Völkerschaften an, d. i.
,der Feind zwischen Norden und Süden'.
Allein nicht nur in politischer Beziehung, sondern auch in
religiöser zeigen beide Völkerschaften nebst vielem Aehnlicheu
und Gemeinsamen auch grosse Verschiedenheiten. Aehnlich ist
der Styl der Weihinschriften. Ganz besonders lehrreich hierfür
ist die Vergleichung der Inschrift am ’Almaqah-Tempel in Sirwäh
mit der des 'Attar-Tempels in al-Mihyar, die beide oben
übersetzt worden sind; ferner ist zu bemerken, dass es bei
Sabäern, wie bei Mindern Sitte gewesen zu sein scheint, den
Haupttempel ausserhalb der Stadt, und zwar im Osten derselben,
zu errichten. Der Tempel in al-Mihyar ist östlich von
Ma'in, wie das Haram Bilqis östlich von Ma’rib gelegen. Obwohl
jedoch diese Thatsache auf den Sonnencultus zu deuten
scheint, so finden wir diesen nur bei den Sabäern, nicht aber
bei den Mindern. 2 Ferner war in Saba’ der ’Almaqah-Cultus
sehr verbreitet. In späterer Zeit scheint er fast die ausschliessliche
Herrschaft eidangt zu haben; denn die grossen Tempel bei
Ma’rib und Sirwäh sind ’Almaqah-Tempel. Auch von diesem
Cultus ist keine Spur in den minäischen Inschriften. Nur in
denjenigen Denkmälern, wo der König von Saba’ vorkommt,
1 Das dunkle Wort rbflr 1 !^ habe ich durch ,Carawane‘ oder ,Handels-Station*
übersetzt; ich bin nämlich der Ansicht, dass es mit hm zusammenhängt
und dass dieses Wort wie JJ"52 ,Kaufleute 1 bezeichnet. Im
^ ^ s
Arabischen heisst bekanntlich LLw ,Wein verkaufen 1 , ebenso wie
Vgl. eine andere Erklärung dieses Wortes Z. M. 6. 30, 122.
2 Die Sonuengöttin kommt vor B. M. 5, 12, 32, 2. 6; Hai. 8, 1.
'686, 5, sämmtlich im sabäischen Dialekt. Auch die | XH)
WIIXH, S)niXtf, h)BTllXHund|^mXM(Hal.l77,
178, 465, 535), die J. H. Mordtmann (Zeitschrift d. D. M. G., XXXI, 81)
mit feinem Scharfblick als Permutative des erkannt hat, kommen
entweder nur in Inschriften sabäischen Dialekts vor oder sind wie die
S^hlXH von den Nasq in den Cultus der Minäer eingeführt worden.