Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

1030

D.  H.  Müller.

zeichnet,  die  Kattabanen  aber  sind  für  immer  vom  Schauplatze
Siidarabiens  verschwunden.  Wie  ist  diese  merkwürdige  Erscheinung ­
  zu  erklären?  Ich  glaube  am  besten  dadurch,  dass  man
annimmt,  dass  die  Kattabanen  nicht  ein  Volk,  sondern  eine
mächtige  sabäische  (wie  die  Gebaniten  eine  minäische)  Familie
waren,  die  aus  dem  Norden  in  die  Gegend  von  Zafär,  also  in
das  Land  der  Himjaren  einwanderte  und  den  Handel  und  die
Herrschaft  an  sich  riss.  Sie  standen  unter  der  Oberherrschaft
der  Sabäer,  wie  das  Pilgern  der  Qataban  nach  Marjab  beweist;
die  Sabäer  aber  hatten  zu  Zeiten  gewiss  kaum  mehr  als  eine
Scheinherrschaft  über  die  mächtigen  Handelsfürsten  des  Südens
ausgeübt.  Der  eine  oder  der  andere  ihrer  Häupter  mag  sich
von  der  Herrschaft  der  Sabäer  ganz  befreit  haben,  indem  er
sich  mit  ihren  mächtigen  Ilivalen,  den  Minäern,  verband.  Das
scheint  bei  dem  König  Juhargib,  der  neben  einem  minäischen
König  auf  einer  minäischen  Inschrift  vorkommt,  der  Fall  gewesen
zu  sein.  Als  die  nördlichen  Gegenden  in  Folge  der  Ereignisse,
die  wir  oben  geschildert  haben,  an  Macht  verloren  und  der
Handel  immer  mehr  nach  dem  Süden  verlegt  werden  musste,
da  mögen  die  Gebaniten,  die  mächtige  Handelsfamilie  in  der
Nähe  von  Ma'in,  die  bis  dahin  den  Landhandel  beherrschten
und  sich  in  ihren  vitalsten  Interessen  jetzt  bedroht  sahen,  die
Kattabanen  aus  ihren  wichtigsten  Positionen  verdrängt  haben.
Später  verlegten  auch  die  Könige  von  Saba’  ihre  Residenz
nach  dem  Süden.  Es  wird  gewiss  ihr  Bestreben  gewesen  sein,
dem  fremden  Stamm  den  Handel  zu  entreissen  und  wieder  an
sich  zu  bringen,  was  ihnen  auch  gelungen  ist;  denn  der  Verfasser ­
  des  Periplus  kennt  schon  die  vereinigten  Reiche  der
Homeriten  und  Sabäer,  deren  Fürst  Charibael  in  Saphar  residirte
  und  mehrere  Küstenplätze  besetzt  hielt.
Saba’  und  Ma'in.
Wir  haben  im  Verlaufe  dieser  Abhandlung  gesehen,  dass
die  beiden  mächtigsten  und  bedeutendsten  Völker  Südarabiens
die  Sabäer  und  Minäer  waren.  Die  Kattabanen  erwiesen  sich
als  ein  sabäisches  Geschlecht,  wie  die  Gebaniten  als  ein
minäisches.  In  Hadramaut  herrschte  zeitweilig  ein  Prinz  ans
dem  Königshause  der  Minäer,  und  die  Fürsten  der  später  in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.