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D. H. Müller.
zeichnet, die Kattabanen aber sind für immer vom Schauplatze
Siidarabiens verschwunden. Wie ist diese merkwürdige Erscheinung
zu erklären? Ich glaube am besten dadurch, dass man
annimmt, dass die Kattabanen nicht ein Volk, sondern eine
mächtige sabäische (wie die Gebaniten eine minäische) Familie
waren, die aus dem Norden in die Gegend von Zafär, also in
das Land der Himjaren einwanderte und den Handel und die
Herrschaft an sich riss. Sie standen unter der Oberherrschaft
der Sabäer, wie das Pilgern der Qataban nach Marjab beweist;
die Sabäer aber hatten zu Zeiten gewiss kaum mehr als eine
Scheinherrschaft über die mächtigen Handelsfürsten des Südens
ausgeübt. Der eine oder der andere ihrer Häupter mag sich
von der Herrschaft der Sabäer ganz befreit haben, indem er
sich mit ihren mächtigen Ilivalen, den Minäern, verband. Das
scheint bei dem König Juhargib, der neben einem minäischen
König auf einer minäischen Inschrift vorkommt, der Fall gewesen
zu sein. Als die nördlichen Gegenden in Folge der Ereignisse,
die wir oben geschildert haben, an Macht verloren und der
Handel immer mehr nach dem Süden verlegt werden musste,
da mögen die Gebaniten, die mächtige Handelsfamilie in der
Nähe von Ma'in, die bis dahin den Landhandel beherrschten
und sich in ihren vitalsten Interessen jetzt bedroht sahen, die
Kattabanen aus ihren wichtigsten Positionen verdrängt haben.
Später verlegten auch die Könige von Saba’ ihre Residenz
nach dem Süden. Es wird gewiss ihr Bestreben gewesen sein,
dem fremden Stamm den Handel zu entreissen und wieder an
sich zu bringen, was ihnen auch gelungen ist; denn der Verfasser
des Periplus kennt schon die vereinigten Reiche der
Homeriten und Sabäer, deren Fürst Charibael in Saphar residirte
und mehrere Küstenplätze besetzt hielt.
Saba’ und Ma'in.
Wir haben im Verlaufe dieser Abhandlung gesehen, dass
die beiden mächtigsten und bedeutendsten Völker Südarabiens
die Sabäer und Minäer waren. Die Kattabanen erwiesen sich
als ein sabäisches Geschlecht, wie die Gebaniten als ein
minäisches. In Hadramaut herrschte zeitweilig ein Prinz ans
dem Königshause der Minäer, und die Fürsten der später in