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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  Borgen  und  Schlösser  Südnrahiens  nach  dem  Iklil  des  Hamdänt.  II.  1027

seinem  Patrone  und  seinem  Könige  und  seinem  Stamm
im  Krieg  und  im  Frieden  .  .  .  .' 1
Aus  diesen  Inschriften  ist  zu  ersehen,  dass  die  Gaba’än
ganz  besonders  hoch  in  der  Gunst  der  Könige  von  Ma'in  gestanden ­
  sind.  Sie  waren  aber  keine  politische  Gemeinschaft,
sondern  ein  'lYfr,  das  heisst  eine  ,Familie',  an  deren  Spitze
ein  Oberhaupt  stand,  wie  in  der  Inschrift  H.  192  z.  B.  das
Oberhaupt  'Almän  war.  Sie  werden  als  ,Familie'  nicht  sehr
zahlreich  gewesen  sein,  ihre  Macht  bestand  vielmehr,  wie  es
scheint,  in  ihrer  privilegirten  Stellung.  Dass  gewisse  Familien
beim  Weihrauchsammeln  eine  bevorzugte  Stellung  einnahmen
sagt  Plinius  12,  54  ausdrücklich:  Nee  praeterea  Arabum  alii
turis  arborem  vident,  ac  ne  horum  quidem  omnes,  feruntque
III  M  non  amplius  esse  familiarvm,  quae  ius  per  successiones
id  sibi  vindicent,  scicros 2  vocari  ob  id,  nec  ullo  congressu  feminarum
  funerumque,  cum  incidant  eas  arbores  aut  metant,  pollui,
  atque  ita  religionem  mercis  augeri.  Vielleicht  ist  der  Name
Gaba’än  ursprünglich  kein  Familiennamen,  sondern  bezeichnet
ihren  dienstlichen  Character.  hm  =  44  heisst  ,sammeln',
nämlich  den  Weihrauch.
In  späterer  Zeit  treten  uns  die  Gaba’än  als  ,Gebanitae'
entgegen,  und  zwar  unter  einem  Könige,  der  nicht  nur  das
Weihrauchmonopol  in  Händen  hatte,  sondern  auch  von  dem
Zirnmt  und  der  Myrrhe,  die  von  der  afrikanischen  Küste  eingeführt ­
  worden  sind,  Steuern  einhob. 3  Sie  besassen  nämlich
um  diese  Zeit  den  Hafen  Okelis,  wohin  die  gegenüberliegenden
Küstenbewohner  den  Zirnmt  zu  bringen  pflegten.- 1

>  Die  Gaba’än  kommen  ferner  vor  H.  190,  11.  208,  1.  224.  232.  233,  11.
234,  8.  11.  453.  465,  1.  474,  2  und  569,  1,  wobei  ich  jedoch  bemerke,
dass  öfters  S  h  I”!  1  für  H  h  fl  verselirieben  stellt.
2  Vielleicht  heissen  sie  desswegen  ))nr^l  I  1Yh  >das  Geschlecht  der
Frommen 1 ,  wenn  Praetorius’  Auffassung  dieses  Ausdruckes  richtig  ist.
3  Plinius  12,  68:  non  dant  ex  murra  portiones  deo,  qnoniam  et  apud  alios
nascitur,  regi  tarnen  Gebauitarum  quartas  partis  eius  pendnnt.  Ferner
12,  93:  Jus  eins  (sc.  cinnami)  a  Gebanitarum  rege  solo  proficiscitur  .  is
edicto  mercatu  vendit.
*  Plinius  12,  88:  Hi  (sc.  Aethiopes)  reeto  cursu  per  sinus  impellunt  atque
a  promontori  ambitu  argeste  (cinnamonum)  deferunt  in  portum  Gebanitarum
  qni  voeatur  Ocilia.
G5*
            
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