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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  Burgen  und  Schlösser  Südavabiens  nach  dem  Iklil  des  Hamdäni.  II.  1021

haben,  den  klassischen  Schriftstellern  nicht  bekannt  gewesen
wäre  und  dass  wir  ihre  Minder  anderwärts  zu  suchen  hätten.
Die  Nachrichten,  die  uns  die  griechischen  Geographen  erhalten
haben,  bestätigen  vollständig  unsere  Behauptung.  Wenn  Plinius
6,  155  sagt:  ,Atramitis  in  mediterranen  iunguntur  Minaei/  so
geht  daraus  mit  Evidenz  hervor,  dass  die  Minder  die  Grenznachbaren
  der  Hadramautiten  waren; 1  die  Gemeinschaftlichkeit
der  Sprache  und  die  Thatsache,  dass  ein  ma'inäischer  Prinz  König
von  Hadramaut  war,  beweisen  die  Richtigkeit  dieser  Angabe.
Aus  dieser  Stelle  ist  aber  auch  zu  ersehen,  dass  die  Minder
ein  Binnenvolk  waren  und  nicht  an  der  Küste  wohnten.  Dasselbe ­
  geht  auch  aus  Plinius  VI,  154  hervor,  wo  er  den  Namen
Sabäer  im  weitesten  Sinne  des  Wortes  fasst  und  darunter  auch
Minder  und  Hadramautiten  versteht:  Sabaei  Arabum  propter
tura  clarissimi  ad  utraque  maria  porrectis  gentibus  .  oppida
eorum  in  rubro  litore  ....  intus  Nascus,  Cardava,  Carnus
et  quo  merces  odorum  deferunt  Thomala  .  pars  eorum  Atramitae,
  quorum  caput  Sabota  LX  templa  muris  includens.
Der  Umstand,  dass  Carnus  neben  Naskus  (Nasq  der
Inschriften)  erwähnt  wird,  macht  es  zweifellos,  dass  unter  Carnus ­
  das  ©lq)<]>  der  Inschriften,  eine  der  Städte  des  minäischen
Reiches  gemeint  sei,  die  unweit  von  Nasq  liegt,  wie  ja  auch
die  arabischen  Geographen  beide,  al-Baidä  und  as-Saudä,  zusammen ­
  nennen.  An  einer  anderen  Stelle  bezeichnet  Plinius
Hadramiten  und  Minder  als  ,pagi‘  der  Sabäer 2 ,  was  jedenfalls
auch  die  Annahme  ausschliesst,  dass  die  Minder  in  der  Gegend
von  Mekka  gewohnt  haben.  Der  Ansicht  Sprengers  widerspricht
ferner  die  Angabe  des  Eratosthenes  bei  Strabo  768:  ,Die  Weihrauchhändler ­
  kommen  zu  den  Kattabanen  und  Chatramiten  von

1  Wir  müssen  also  entweder  annehmen,  dass  das  Reich  der  Minder  in  alter
Zeit  thatsäehlich  bis  nach  Hadramaut  reichte,  oder  dass  sie  wenigstens
die  Etapponstrasse  zwischen  Ma'in  und  faabwa  besetzt  hielten.
2  XII,  51  ff.  tura  praeter  Arabiam  nullis,  ac  ne  Arabiae  quidem  universae.
In  medio  ejus  fere  sunt  Atramitae,  pagus  Sabaeorum,  capite  regni
Sabota  in  monte  excellso,  a  quo  octo  mansionibus  distat  regio  eorum
turifera  Saba  appelata  —  hoc  significari  Gracci  mysterium  dicunt  —  Ibid.
54:  Attingunt  et  Minaei,  pagus  alius,  per  quos  evehitur  uno  tramite  angusto
  .  hi  primum  commercium  t.uris  fecere  maxume  exercent,  a  quibus
et  Minaeum  dictum  est,.
            
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