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D. H. Müller.
Bei dem Umstande nun, dass auf den Inschriften von
Baräqiä oft eine Stadt mit Namen ,Jatil' vorkommt, und
die Könige von Ma'in oft angeführt werden als | ^IH 0 ?! I fnlSlrh
l'lg'f’® ,die Könige von Ma'in und Jatil', ist wohl kein Zweifel,
dass Jatil der alte Name von Baräqis ist. Zu erklären
bleibt noch der spätere Name dieser Burg — Baräqiä. Die
richtige Etymologie dieses Namens gibt uns der Geograph Jäcüt
(I 555, 9 ff. s. v.). Die Wurzel ,barqasa' heisst ,buntfarbig
sein', Baräqis also die ,Buntfarbige' sc. Burg. Allerdings
sind auch buntscheckige Hunde so genannt worden; daher die
Fabel von der Hündin. Dass aber die Burgen in dem Gauf,
wie auch sonst, nach der Farbe benannt worden sind, beweist
der Umstand, dass die alte Burg Na6q (das classische Nascus)
heutzutage al-Baidä, d. h. ,die Weisse, die Weissburg', eine
andere, as-Saudä, ,die Schwarzburg' genannt worden ist.
Dem Dialecte nach sowohl, 1 als auch durch die Anführung
der Könige von Ma'in, erweist sich auch die Burg Es-soud,
wie sie Halevy nennt, oder as - Saudä der arabischen Geographen,
,die Schwarzburg' als den Minäern gehörig. Halevy,
Rapport S. 82, beschreibt sie folgendermassen:
,Es-soud ist eine nicht minder ausgedehnte Ruine als al-Baida
und liegt auf einer Anhöhe, eine Stunde nordöstlich von
dieser letztem. Man erkennt leicht, dass es eine Feuersbrunst
war, wodurch die herrliche Stadt zerstört worden ist, die
einen grossen Sammelpunkt der Industrie gebildet zu haben
scheint, namentlich für Metallarbeiten; denn eine grosse Menge
Schlacken bedeckt den glasirten Boden. Geringe Ueberreste der
Umfassungsmauer und wenige Fragmente von Stelen sind Alles,
was die Zeit verschont hat. Die Inschriften, fast durchwegs
Fragmente, sind nichtsdestoweniger zahlreich genug (im Ganzen
ein und siebzig), einige davon sind auch ausserhalb der Umgebungsmauer
gefunden worden.'
Ich glaube nicht fehl zu gehen, wenn ich annehme, dass
diese dritte minäische Stadt keine andere ist als Qarnü, die
1 Ausgenommen sind die Inschriften Hai. 359—363, die im sabäischen Dialect
abgefasst sind. In einer derselben wird auch ein sabäisclier König
erwähnt (Hai. 359, 4). Sie müssen von sabäischen Einwanderern gesetzt
worden sein, oder, wie die Erwähnung ,der Stadt Haram“ (Hai. 359, 2)
es sehr wahrscheinlich macht, von den benachbarten Haramiern herrühren.