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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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D.  H.  Müller.

Bei  dem  Umstande  nun,  dass  auf  den  Inschriften  von
Baräqiä  oft  eine  Stadt  mit  Namen  ,Jatil'  vorkommt,  und
die  Könige  von  Ma'in  oft  angeführt  werden  als  |  ^IH 0 ?!  I  fnlSlrh
l'lg'f’®  ,die  Könige  von  Ma'in  und  Jatil',  ist  wohl  kein  Zweifel,
dass  Jatil  der  alte  Name  von  Baräqis  ist.  Zu  erklären
bleibt  noch  der  spätere  Name  dieser  Burg  —  Baräqiä.  Die
richtige  Etymologie  dieses  Namens  gibt  uns  der  Geograph  Jäcüt
(I  555,  9  ff.  s.  v.).  Die  Wurzel  ,barqasa'  heisst  ,buntfarbig
sein',  Baräqis  also  die  ,Buntfarbige'  sc.  Burg.  Allerdings
sind  auch  buntscheckige  Hunde  so  genannt  worden;  daher  die
Fabel  von  der  Hündin.  Dass  aber  die  Burgen  in  dem  Gauf,
wie  auch  sonst,  nach  der  Farbe  benannt  worden  sind,  beweist
der  Umstand,  dass  die  alte  Burg  Na6q  (das  classische  Nascus)
heutzutage  al-Baidä,  d.  h.  ,die  Weisse,  die  Weissburg',  eine
andere,  as-Saudä,  ,die  Schwarzburg'  genannt  worden  ist.
Dem  Dialecte  nach  sowohl, 1  als  auch  durch  die  Anführung
der  Könige  von  Ma'in,  erweist  sich  auch  die  Burg  Es-soud,
wie  sie  Halevy  nennt,  oder  as  -  Saudä  der  arabischen  Geographen, ­
  ,die  Schwarzburg'  als  den  Minäern  gehörig.  Halevy,
Rapport  S.  82,  beschreibt  sie  folgendermassen:
,Es-soud  ist  eine  nicht  minder  ausgedehnte  Ruine  als  al-Baida
  und  liegt  auf  einer  Anhöhe,  eine  Stunde  nordöstlich  von
dieser  letztem.  Man  erkennt  leicht,  dass  es  eine  Feuersbrunst
war,  wodurch  die  herrliche  Stadt  zerstört  worden  ist,  die
einen  grossen  Sammelpunkt  der  Industrie  gebildet  zu  haben
scheint,  namentlich  für  Metallarbeiten;  denn  eine  grosse  Menge
Schlacken  bedeckt  den  glasirten  Boden.  Geringe  Ueberreste  der
Umfassungsmauer  und  wenige  Fragmente  von  Stelen  sind  Alles,
was  die  Zeit  verschont  hat.  Die  Inschriften,  fast  durchwegs
Fragmente,  sind  nichtsdestoweniger  zahlreich  genug  (im  Ganzen
ein  und  siebzig),  einige  davon  sind  auch  ausserhalb  der  Umgebungsmauer ­
  gefunden  worden.'
Ich  glaube  nicht  fehl  zu  gehen,  wenn  ich  annehme,  dass
diese  dritte  minäische  Stadt  keine  andere  ist  als  Qarnü,  die
1  Ausgenommen  sind  die  Inschriften  Hai.  359—363,  die  im  sabäischen  Dialect
  abgefasst  sind.  In  einer  derselben  wird  auch  ein  sabäisclier  König
erwähnt  (Hai.  359,  4).  Sie  müssen  von  sabäischen  Einwanderern  gesetzt
worden  sein,  oder,  wie  die  Erwähnung  ,der  Stadt  Haram“  (Hai.  359,  2)
es  sehr  wahrscheinlich  macht,  von  den  benachbarten  Haramiern  herrühren.
            
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