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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  Burgen  und  Schlösser  Südarabiens  nacli  dem  lklil  des  Ilamdäni.  II.  1007

Jächäbir,  mein  Urahn,  wies  an  zum  Wohnsitze  dem  'Utaif,
einem  seiner  Söhne,  die  Königsstadt  Ma'in
Und  verlieh  uns  die  Herrschaft  von  Baraqis  mit  Ausschluss  von  A'la
und  An'am,  unseren  Brüdern,  den  Söhnen  unseres  Vaters.
'Alqama  sagt:
Sie  haben  Baraqis  erbaut,  als  sie  es  gründeten,
in  einer  unbewohnten  Gegend,  auf  einer  herrlichen  Fläche
Und  sie  nahmen  von  Ma'in  Besitz,  am  Tage  da  sie  dort  sich  niederliessen
—  in  Folge  ihrer  Macht  —  bei  der  tiefen  Thalschlucht.
Näbiga  sagt:
Sie  tummelt  sich  unter  den  Dirwsträuclien  von  Baraqis
oder  Hailän  oder  unter  den  Nadirgesträuchen  von  der  Salampflanze.
Sprichwörtlich  sagt  man:  ,Baraqis  hat  seine  Leute  verrathenh
  Ein  Gelehrter  erzählt,  dass  die  Einwohner  von  Baräqis
  einen  Brunnen  ausserhalb  der  Burg  hatten,  sonst  aber
keine  Tränke.  Dieser  Brunnen  war"  durch  einen  unterirdischen
Gang  mit  der  Burg  verbunden.  Einmal  kam  ein  Feind  über
sie,  belagerte  die  Burg  und  hütete  das  Wasser  vor  ihnen
(d.  h.  suchte  ihnen  das  Wasser  abzuschneiden).  Die  Belagerung
dauerte  jedoch  lange,  ohne  dass  der  Feind  wusste,  woher
die  Belagerten  das  Trinkwasser  holen,  bis  eine  Hündin
Namens  Baraqis  aus  der  Burg  durch  den  unterirdischen  Weg
herauskam.  Einer  der  Belagerer,  der  zufällig  des  Tränkens
wegen  beim  Brunnen  war,  bemerkte  dieses  und  setzte  den
Heeresführer  davon  in  Kenntniss.  Dieser  liess  Männer  durch
den  geheimen  Gang  in  die  Stadt  eindringen,  die  Bewohner
überfallen  und  tödten.  Nach  dieser  Hündin  ist  die  Burg  Baräqis
  genannt  worden.  Andere  erzählen  (zur  Erläuterung
dieses  Sprichwortes),  dass  ein  Araber,  um  das  zu  finden,  was
er  suchte,  sich  in  der  Nacht  hat  leiten  lassen  durch  das  Gebell
einer  Hündin  des  (feindlichen)  Stammes,  die  Baraqis  hiess.
Diese  Erklärung  scheint  der  Wahrheit  näher  zu  sein,  weil
Saräfa  in  der  Nähe  von  Baraqis  liegt  und  dessen  Brunnen  etwa
50  Ellen  tief  ist,  so  dass  man  das  Wasser  von  der  Oeffiiung
kaum  sehen  kann;  es  müsste  denn  sein,  dass  der  Brunnen
und  der  Ort,  von  denen  sie  erzählen,  nicht  im  Gauf,  sondern
anderswo  nahe  dem  Wasser  lagen.  In  dem  Gauf  sind  ausser
Baräqiä  und  Ma'in  noch  die  zwei  alten  Burgruinen  al-Baidä
und  as-Saudä,  in  welchen  sich  wunderbare  Denkmäler  befinden,
und  andere  öde  Schlösser  erheben  sich  zwischen  dem  Gauf  und
            
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