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D. H. Müller.
1. Eine genaue Prüfung dieser Inschriften ergibt, dass sich
nur sehr wenig Wörter und Wendungen in denselben finden,
die nicht schon in den vor Ilalevy bekannt gewordenen Inschriften
vorgekommen sind; diese wenigen aber sind verdächtig
und keines derselben ist von später publicirten Inschriften bestätigt
worden. Man vergleiche die von Ilalevy, Et. Sab. zu
Nr. 46 und 51 gemachten Bemerkungen und weiter unten die
Analyse der grossen Inschrift von Abjan.
2. In graphischer Hinsicht gilt es als eine feststehende
Regel, dass die Präposition fj mit dem darauffolgenden Worte
^verbunden wird; tritt aber zu dieser Präposition die Conjunction
®, so werden diese beiden Buchstaben zu einer Gruppe
vereinigt und von dem darauffolgenden Worte durch einen
Strich getrennt. Die Ausnahmen sind verhältnissmässig nicht
zahlreich. In der grossen Inschrift, Z. 13 — 15, wird aber nicht
nur f|® mit dem darauffolgenden Worte siebenmal vei'bunden,
sondern auch OhNofl I XHÜ® 10?CIT XNfl® für: | C]?£]T I XN I fl®
aHcH°n I XHin® geschrieben. Dabei muss ifeh auf die nicht
minder auffallende Thatsache hin weisen, dass in der Lenormant’schen
Transeription der Inschrift Fr. 56 ebenfalls die
Trennungsstriche nach f|® eilfmal weggelassen sind, obwohl
sie im Texte dastehen.
3. In den Grabinschriften ist die Erscheinung auffällig,
dass die Genealogie der Verstorbenen bis in das vierte und
fünfte Glied aufgezählt wird, was sonst in den Inschriften
nicht vorkommt, und zwar so, dass der Name des Grossvaters
grossentheils dem des Enkels gleich ist. Auch wird sonst gewöhnlich
am Schlüsse der Grabinschriften eine Fluehformel hinzugefügt,
die hier auffallender Weise fehlt.
4. Die in der sabäischen Dynastie sich häufig wiederholenden
Königsnamen, wie Damar'ali, Jada'il, Jata'amar und
Samah'ali werden, soweit ich es bis jetzt beobachten konnte,
nur von den Königen, nicht aber von Privatpersonen geführt;
in den Inschriften von Abjan kommt’ der Name Samah'ali
von einer Privatperson öfters, der Name Jata'amar einmal
vor. Nicht minder sonderbar ist der Eigenname OH? = Jnnüf,
das sonst nur als Epitheton ornans der Könige gebraucht wird.
5. Es ist bekannt, dass die Epitheta, die auf Eigennamen
folgen, ohne Mimation geschrieben werden. Diese Thatsache