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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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D.  H.  Müller.

1.  Eine  genaue  Prüfung  dieser  Inschriften  ergibt,  dass  sich
nur  sehr  wenig  Wörter  und  Wendungen  in  denselben  finden,
die  nicht  schon  in  den  vor  Ilalevy  bekannt  gewordenen  Inschriften ­
  vorgekommen  sind;  diese  wenigen  aber  sind  verdächtig
und  keines  derselben  ist  von  später  publicirten  Inschriften  bestätigt ­
  worden.  Man  vergleiche  die  von  Ilalevy,  Et.  Sab.  zu
Nr.  46  und  51  gemachten  Bemerkungen  und  weiter  unten  die
Analyse  der  grossen  Inschrift  von  Abjan.
2.  In  graphischer  Hinsicht  gilt  es  als  eine  feststehende
Regel,  dass  die  Präposition  fj  mit  dem  darauffolgenden  Worte
^verbunden  wird;  tritt  aber  zu  dieser  Präposition  die  Conjunction
  ®,  so  werden  diese  beiden  Buchstaben  zu  einer  Gruppe
vereinigt  und  von  dem  darauffolgenden  Worte  durch  einen
Strich  getrennt.  Die  Ausnahmen  sind  verhältnissmässig  nicht
zahlreich.  In  der  grossen  Inschrift,  Z.  13  —  15,  wird  aber  nicht
nur  f|®  mit  dem  darauffolgenden  Worte  siebenmal  vei'bunden,
sondern  auch  OhNofl  I  XHÜ®  10?CIT  XNfl®  für:  |  C]?£]T  I  XN  I  fl®
aHcH°n  I  XHin®  geschrieben.  Dabei  muss  ifeh  auf  die  nicht
minder  auffallende  Thatsache  hin  weisen,  dass  in  der  Lenormant’schen
  Transeription  der  Inschrift  Fr.  56  ebenfalls  die
Trennungsstriche  nach  f|®  eilfmal  weggelassen  sind,  obwohl
sie  im  Texte  dastehen.
3.  In  den  Grabinschriften  ist  die  Erscheinung  auffällig,
dass  die  Genealogie  der  Verstorbenen  bis  in  das  vierte  und
fünfte  Glied  aufgezählt  wird,  was  sonst  in  den  Inschriften
nicht  vorkommt,  und  zwar  so,  dass  der  Name  des  Grossvaters
grossentheils  dem  des  Enkels  gleich  ist.  Auch  wird  sonst  gewöhnlich ­
  am  Schlüsse  der  Grabinschriften  eine  Fluehformel  hinzugefügt, ­
  die  hier  auffallender  Weise  fehlt.
4.  Die  in  der  sabäischen  Dynastie  sich  häufig  wiederholenden ­
  Königsnamen,  wie  Damar'ali,  Jada'il,  Jata'amar  und
Samah'ali  werden,  soweit  ich  es  bis  jetzt  beobachten  konnte,
nur  von  den  Königen,  nicht  aber  von  Privatpersonen  geführt;
in  den  Inschriften  von  Abjan  kommt’  der  Name  Samah'ali
von  einer  Privatperson  öfters,  der  Name  Jata'amar  einmal
vor.  Nicht  minder  sonderbar  ist  der  Eigenname  OH?  =  Jnnüf,
das  sonst  nur  als  Epitheton  ornans  der  Könige  gebraucht  wird.
5.  Es  ist  bekannt,  dass  die  Epitheta,  die  auf  Eigennamen
folgen,  ohne  Mimation  geschrieben  werden.  Diese  Thatsache
            
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