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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  Bürgen  und  Schlösser  Südarabiens  nach  dem  Ikl'il  des  Hamdäni.  II.  997

Inschriften  gar  nicht  und  in  den  jüngern  nur  Wrede,  Z.  3,
Hh°£?Y  |°nXI,  w °bei  es  nicht  sicher  ist,  oh  Haita'il  Herrscher
war.  Daraus  sehen  wir  unsere  schon  früher  ausgesprochene
Ansicht  bestätigt,  dass  die  Königslisten  der  arabischen  Historiker, ­
  wie  der  grösste  Theil  ihrer  Ueberlieferung,  dem  kein
inschriftliches  Material  zu  Grunde  liegt,  nur  auf  die  spätere
Zeit  der  himjarischen  Geschichte  Bezug  haben.
Ich  darf  jedoch  nicht  verschweigen,  dass  noch  in  einer
andern  Inschrift  ,Tobba'‘  vorkommt  und  dort  ausdrücklich  als
Titel  eines  Königs  von  Saba’.  Es  ist  dies  die  grosse  Inschrift  von
Abjan,  die  Francois  Lenormant  publicirt  hat.  Dieser  Umstand
zwingt  mich,  den  himjarischen  Inschriften  gegenüber,  welche
von  diesem  scharfsinnigen  Gelehrten  veröffentlicht  worden  sind,
Stellung  zu  nehmen  und  öffentlich  zu  erklären,  dass  sich  mir
in  den  Inschriften  von  Abjan  mehrfache  auffallende  Erscheinungen ­
  aufdrängten,  die  mich  gegen  dieselbe  misstrauisch
machten,  dass  ich  seit  sechs  Jahren  diese  Inschriften  bei  jeder
neuen  Erscheinung  und  Entdeckung,  die  auf  diesem  Gebiete  in
sprachlicher  oder  sachlicher  Beziehung  gemacht  worden  sind,
scharf  beobachtet  und  hiedurch  keineswegs  ein  grösseres  Vertrauen ­
  zu  denselben  gewonnen  habe. 1
Diese  sieben  Inschriften  sind,  wie  uns  von  Lenormant
mitgetheilt  wird,  von  einem  französischen  Arzt,  Namens  Gauldraud,
  im  Jahre  1844  in  den  Ruinen  von  Abjan,  unweit  von
'Aden,  entdeckt  und  copirt  worden.  Die  Copien  wurden
drei  und  zwanzig  Jahre  später  Herrn  Lenormant  übergeben,
der  sie  im  Jahre  1867  in  den  Comptes  rendus  de  TAcademie
des  Inscriptions  et  helles  lettres  publicirt  und  später  zum  Theil
in  den  Lettres  assyriologiques  tome  II  ausführlich  commentirt
hat. 2  Die  ursprünglichen  Copien  sind  nach  der  Angabe  des
Herrn  Lenormant  während  des  Commune-Aufstandes  ein  Raub
der  Flammen  geworden.
Im  Folgenden  stelle  ich  die  auffallenden  Erscheinungen  zusammen, ­
  welche  diese  Inschriften  bieten,  und  verspreche  jedem
dankbar  zu  sein,  der  mir  diese  Seltsamkeiten  erklären  wird.

1  Ich  constatire  hier  ausdrücklich,  dass  auch  Herr  Dr.  J.  H.  Mordtmann
unabhängig  von  mir  die  Echtheit  dieser  Inschriften  stark  bezweifelt  hat.
2  Auch  mitgetheilt  in  der  Zeitschrift  d.  I).  M.  G.  XXIV,  188  ff.
            
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