Uöber die grossen Seuchen des Orients nach arabischen Quellen.
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der schlechten Lüftung der Wohnhäuser die Luft, in welcher
die Leute leben, im hohen Grade verdorben sein muss. Was
aber die Begrenzung der Krankheit in diesem Districte betrifft,
so mag wohl, ausser dem Mangel der Communicationen,
die Erklärung hieftir darin liegen, dass der Temperatursunterschied
zwischen der Gebirgsgegend und dom benachbarten
Tiefland ein sehr starker ist. Die Seuche, welche, wie schon
früher bemerkt, eine hohe Temperatur nicht verträgt, ward
hiedurch von selbst unterdrückt. Es ist in der That nicht
leicht ein grösserer Temperaturunterschied denkbar, als der
zwischen dem Tieflande an der Küste und dem Hochgebirge.
Wie ich auch aus einer amtlichen Mittheilung entnehme,
haben die Assyrbewohner mit der Seeküste fast gar keinen
Verkehr, sondern die einzige Berührung mit der Fremde iindet
für sie durch die Pilgerfahrt nach Mekka statt, wohin sie in
Karawanen auf dem Landwege sich begeben. Die lange Wegesstrecke
durch die Wüste wirkte offenbar, ganz abgesehen von
dem Einflüsse der heissen Temperatur, als Quarantäne und
verhinderte die Uebertragung der Pest nach Mekka.
Wir haben also hier in dem Assyrgebiete einen neuen,
bisher gänzlich unbekannten Pestheerd vor uns, wo die spontane
Entstehung der Seuche sich beobachten lässt. Dass aber
dieser Pestheerd nicht etwa neu ist, sondern vermuthlich schon
seit Jahrhunderten besteht, scheint nicht unwahrscheinlich, wenn
man die Nachricht in Erwägung zieht, welche ich im zweiten
Abschnitte dieser Abhandlung, nach einem sehr verlässigen
arabischen Schriftsteller, über die grosse Epidemie mittheile,
die im Jahre 552 H. (1157) in dem Grenzgebiete zwischen Higäz
und Jemen herrschte. Wir haben es hier höchst wahrscheinlich
mit einem Ausbruche der Pest im Assyrgebiete zu thun, welcher
sich etwas weiter ausdehnte als gewöhnlich und hiedurch die
Aufmerksamkeit erregte.
Wie dem immer sei, eine wissenschaftliche Durchforschung
des Assyrgebictes vom klimatologischen und sanitären Standpunkte
wäre im hohen Grade wünschenswerth und dürfte vermuthlich
unsere Kenntnisse über die Natur und die Entstehungsgeschichte
der Pest wesentlich bereichern.
Wir wenden uns jetzt zur Betrachtung einer anderen
Seite der Pest, nämlich des Zusammenhanges, der zwischen