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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

TJeber  die  grossen  Seuchen  des  Orients  nach  arabischen  Quellen.

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geboren,  ein  intelligenter  Mann,  gab  über  die  Sanitätsverhältnisse ­
  des  Distriktes  folgende  Mittbeilungen:
Seit  fünfunddreissig  bis  vierzig  Jahren  tritt  alle  zwei  bis
drei  Jahre  in  einigen  Dörfern  des  Districtes  eine  Krankheit
auf,  die  sich  jedoch  nicht  weiter  als  auf  fünf  bis  sechs  Stunden
Entfernung  ausdehnt;  ein  einziges  Mal  war  sie  heftiger,  verbreitete ­
  sich  über  mehrere  Dörfer  des  Districtes  Beny  She'ir
und  raffte  Viele  dahin,  die  Alle  während  der  Krankheit  Anschwellungen ­
  in  den  Leisten,  Achselhöhlen  und  am  Halse
hatten,  während  am  Körper  manchmal,  aber  nicht  immer,
schwarze  und  rothe  Flecken  sich  zeigten.
In  diesem  Jahre  war  die  Krankheit  von  einem  Manne,
Namens  Ahmed,  nach  Namasse  gebracht  worden,  welcher  von
Zeit  zu  Zeit  nach  dem  vier  Stunden  entlegenen  Dorfe  Halabe
sich  begab,  um  Kaffee,  Zeuge  und  andere  Artikel  zu  verkaufen.
In  den  ersten  Tagen  des  März  kehrte  er  krank  von  dort  nach
Namasse  zurück.  Er  hatte  Anschwellungen  in  den  Leisten
und  starb  nach  wenigen  Tagen,  ebenso  wie  seine  beiden  kleinen
Brüder  'Ysä  und  'Omar  und  deren  Mutter,  Alle  mit  denselben
Symptomen.
Unterdessen  trat  die  Krankheit  in  dem  Hause  des  Scheichs
Fäik  auf,  er,  sein  Sohn  Nasir,  siebzehn  Jahre  alt,  und  andere
Personen  erkrankten,  acht  von  ihnen  starben,  während  nur
zwei  genasen.  Einige  der  Kranken  hatten  Bubonen  und  Petechien, ­
  Kopfschmerzen,  heftiges  Fieber,  brennenden  Durst;  Nasir
delirirte,  ass  nichts  und  zerriss  alles,  was  ihm  unter  die  Hand
kam.  Scheich  Fäik  selbst  verspürte  im  Anbeginn  der  Krankheit ­
  durch  einige  Stunden  grosse  Kälte,  verlor  dann  vollständig
das  Bewusstsein  und  erst  am  sechsten  Tage  öffnete  er  wieder
die  Augen  mit  dem  Gefühl  der  Wärme  und  des  Schmerzes  in
den  Leisten,  in  den  Gelenken  und  in  der  Brust  (thorax);  die
Schmerzen  kamen  von  den  Beulen,  in  der  Grösse  einer  Nuss,
die  sich  in  den  Leisten  gebildet  hatten;  er  litt  an  Durst,
Appetitlosigkeit.  Acht  Tage  später  öffneten  sich  die  Beulen
und  die  Narben,  welche  sie  zurückgelassen  hatten,  wurden  von
Dr.  Nury  untersucht.  Erst  nach  vierzig  Tagen  konnte  er  seiner
gewöhnlichen  Beschäftigung  nachgehen.
Der  Soldat  Ahmed,  dreiundzwanzig  Jahre  alt,  erkrankte
mit  Kopfschmerzen,  heftigem  Fieber,  Durst,  gastrischen  Be-
            
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