Ueber die grossen Seuchen des Orients nach arabischen Quellen.
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orientalischen Quellenwerken, die sich durch grossen Reichthum
an Nachrichten und durch besonders sorgfältige Aufzeichnungen
bemerklich machen. Aus diesen Quellen schöpfte
Sojuty.
Für das fünfzehnte Jahrhundert (IX. der Hegira) sind
Sojutys Aufzeichnungen natürlich am vollständigsten. Es erscheint
die Pest in Aegypten siebzehnmal, darunter fünfmal
auch zugleich in Syrien.
Ein Zusammenhang mit den um dieselbe Zeit in Europa
auftretenden Seuchen ist nur schwer nachzuweisen. Denn,
wenn es auch feststeht, dass gegen Ende 1410 eine Pest in
Steiermark (Oberland) und Niederösterreich (Wiener-Neustadt)
herrschte, 1 so fehlt doch jeder Zusammenhang mit der gleichzeitigen
Epidemie im Oriente, der nur dann denkbar wäre,
wenn die Pest gleichzeitig in Italien und an den Küsten des
Mittelmeeres erschienen wäre.
Dasselbe ist über die nächstfolgenden orientalischen Epidemien
von 1416, 1418, 1419 zu sagen; denn der 1420 in
Augsburg und Schwaben wüthenden Pest fehlt jeder Zusammenhang
mit dem Oriente. Eher könnte dies der Fall sein mit
der Pest des Jahres 1437, indem 1438 und 1439 die Seuche
in Böhmen, Deutschland und auch in Italien herrschte. 2
Was die Epidemien von 1448 und 1449 in Italien, Frankreich,
Spanien und Deutschland anbelangt, so ist zu bemerken,
dass die Krankheit in den europäischen Quellen nicht als
Bubonenpest, sondern als der ,englische Schweiss' bezeichnet
wird. Einen Zusammenhang mit dem Oriente kann
man annehmen bei der Pest von 864 II. (1459—1460) im
Oriente und der von 1460 in Italien, 3 während für die drei
späteren Epidemien unserer Liste ein solcher Zusammenhang
nicht nachweisbar ist. 1
1 Peinlich: I, 341.
2 Peinlich: II, 405.
3 Schnurrer: Chronik der Seuchen.
4 Das öftere Auftreten der Pest in den österreichischen Ländern in der
zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts findet seine Erklärung darin, dass
um jene Zeit die Pest auf dem Landwege aus der Türkei über Ungarn
einge9chleppt ward.
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