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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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Tomaschek.

,kalt  werden',  s.  wei-gao,  s.  wi-dao  .bringen'  u.  s.  w.  Wie  ist
aber  der  Diphthong-  von  -tao  zu  erklären?  Ist  derselbe,  wie
nachweislich  öftex-,  aus  -agh,  d.  i.  -ak,  -aka  (vgl.  die  Wakhi-Formen
  auf  -äk)  entstanden,  und  hätten  wir,  da  der  Dental
des  Infinitivausganges  sicherlich  mit  dem  alten  Participialcharakter
  -ta  zusammenhängt,  wiederum  ein  Nomen  auf  -taka
vorliegen,  wie  im  Participium?  Kaum  glaublich;  die  Lautgruppe
  -tao  entsteht  ebenso  oft  aus  ursprünglichem  -tava,  -tu
(vgl.  Lautgesetze,  Absch.  I).  Wir  glauben  nicht  zu  irren,  wenn
wir  in  dem  Infinitivausgang  -tao  des  Sighni  und  Sariqoli  das
indogermanische  Suffix  -tu,  -tva,  -tava  erblicken,  welches  vollständig ­
  declinii-bare  Nomina  actionis  bildet  (vgl.  betreffs  der
Pamir-Sprachen  obige  Bemerkung)  und  wahrscheinlich  aus  dem
Participialcharakter  -ta  und  dem  nominalen  Suffix  -va  entstanden ­
  ist  (vgl.  den  Zusammenhang  des  Pai-ticipium  pei-f.
pass,  mit  dem  Sxxpinum  und  mit  dem  Nomen  actionis  auf  -tuim
  Lateinischen);  vgl.  skr.  (accus,  auf  -m)  sthä-tu-m,  stö-tu-m
(s.  staix-dao  ,loben,  Lob'),  pak-tu-m,  kär-tu-m,  ved.  (dat.)  kartav-e,
  kar-tav-äi  u.  a.,  und  die  Gerundia  auf  -tvä  (instrum.),
z.  B.  kr-tvä,  bhü-tvä  u.  a.,  auch  baktrische  Nomina  actionis,
z.  B.  häm-bere-thwa  ,das  Zusammentragen',  ctao-tliwa  Lobpreisung' ­
  u.  a.  -—  Wir  haben  somit  eine  Fonn  vor  uns,  die
an  Alterthümlichkeit  und  consequenter  Durchführung  in  den
verwandten  Dialekten  ihres  Gleichen  sucht.
Dass  einstens  das  einfache  Participium  praet.  auf  -ta
(ohne  Hinzutritt  von  -ka)  im  Gebrauche  war,  können  wir
dai-aus  schliessen,  dass  der  Indicativ  praet.  (Aor.)  auf  diese
einfache  Fonn  aufgebaut  ist.  Im  Wakhi,  wie  im  Sighni  und
Sariqoli,  wird  das  Praeteritum  einfach  dadurch  gebildet,  dass
an  den  Participialstamm  die  Pronominalaffixe  angefügt  werden,
z.  B.  w.  cälgd-am  (öäld-am)  ,ich  wünschte',  kiön-am  ,ich  hörte',
s.  zokht-am,  s.  zukht-am  ,ich  nahm'.  Im  Sai-iqoli  erscheinen
dieselben  Lautveränderungen  wie  im  Participium  und  Infinitiv
auch  in»  Praeteritum.  —  Im  Wakhi  kann  die  3.  pers.  sing,
z.  B.  cäld-ei,  auch  für  alle  übrigen  Personen  zur  Verwendung
gelangen,  wobei,  die  Affixe  voi-angestellt  wex-den,  z.  B.  amcdld-ei
  u.  s.  w.
Das  Participium  pi-aet.  wird,  wie  im  Neupersischen,  zu
vielen  Umschreibungen  verwendet;  die  wichtigsten  sind:
            
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