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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Centralasiatische  Studien.

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zum  Sariqoli  genau  so,  wie  der  westliche  Dialekt  des  Pastö
zum  östlichen  Pa/tö.  Wir  werden  in  der  historisch-geographischen ­
  Abhandlung  den  Nachweis  versuchen,  dass  die  Afghanen
mit  den  Saken  eng  verwandt  waren,  und  dass  ein  Theil  der
Afghanen,  von  Ptolemaios  rpjvaTot  genannt  (d.  i.  .Bergbewohner'),
an  der  Grenze  von  Tübet  zurückgeblieben  war.  Eine  weitere
Eigentümlichkeit,  welche  das  Sariqoli  mit  dem  Pastö  theilt,
ist  der  sporadische  Eintritt  von  ts  an  Stelle  von  c,  z.  B.  in
tsew  ,sammeln,  häufen'  (w.  cöp),  tsatsä  ,Schneehuhn',  tsäul
,grobes  Tuch'  (w.  eül),  t.siräo  .Lampe'  (afgh.  tsiragh),  tsu-/_t
,Frühmahl'  (pers.  cast),  sits  ,Nadel'  (skr.  sücl)  u.  a.;  im  Auslaut ­
  begegnet  ts  hie  und  da  als  Vertreter  von  tr,  rt,  z.  B.  in
pöts  (s.  puts)  ,Sohn',  yuts  (5.  yats)  ,Feuer',  -/_ats  (s.  sats,  Grundform ­
  khsareta)  .Fluss';  in  rapts  ,Fuchs'  und  zemts  ,Erde'  ist
jedoch  Entstehung  aus  c,  k  anzunehmen.  Hervorzuheben  ist
ferner  die  Vorliebe  der  sakischen  Dialekte,  speciell  des  Sariqoli, ­
  für  gequetschte  mouillirte  Gutturale;  man  vergleiche  z.  B.
s.  cimb  ,lieben,  verträglich  sein'  (w.  kam),  cün  ,taub'  (pers.
karr,  baktr.  karena),  cerd  ,krumm'  (w.  kard),  card  ,Anbau,
Cultur'  (w.  kürn)  von  car  (w.  kür)  ,das  Feld  bestellen',  cüsg
,Gerste,  Korn'  (aus  *karsaka),  cer  ,Werk'  (s.  kar,  w.  yark),
comg  ,Rücken'  (aus  *  kamika)  ,  cabaud  ,Taube'  (skr.  kapota),
öerm  ,Wurm'  (pers.  kirim),  cib  ,Löffel'  (w.  kapc),  cog  ,Messer'
(s.  cöd,  aus  card,  baktr.  kareta),  ced  ,Haus‘  (baktr.  kata)  u.  a.;
ferner  zer,  gir  ,Berg,  Fels,  Stein'  (baktr.  gairi),  zürm  ,beiss'
(s.  garm),  zandam  ,Weizen'  (pers.  gandum),  zez,  ziz  ,Kienholz'
(pers.  gez),  s.  ghung  ,Haar'  (sangl.  ghunak),  würg  ,Pferd'  (sangl.
worak)  u.  a.  Ein  durchaus  anormaler  Vorgang  ist  der  Uebergang
  des  Dentals  d  in  den  Guttural  g  im  Sariqoli,  nach  einem
r,  welches  hiebei  schwindet  und  Diphthongisirung  des  Stammvocals
  verursacht,  z.  B.  von  khar  .essen',  inf.  khägao  (s.  khedao
aus  khardao),  praet.  khügam  (s.  khudam  aus  khardam),  part.
khügg'  (i.  khudg  aus  kljartak);  von  kanam  ,ich  mache'  (s.  kinam,
w.  kham),  praet.  öaugam  (s.  cüdam,  vgl.  gil.  küdam,  pers.  kardam),
  part.  caugg  (s.  cudg,  w.  khötk,  pers.  kardali);  von  wor
,tragen,  bringen',  praet.  wäugam  (s.  wüdam  aus  wardam,  *bhartam),
  part.  waugg  (s.  wudg  aus  wardak);  daher  setzen  wir  auch
s.  cog  ,Messer',  baktr.  kareta,  paug  ,Furth',  baktr.  peretu  gleich;
hie  und  da  ist  jedoch  die  Lautgruppe  rd  bewahrt,  z.  B.  in  zärd
Sitzungsber.  d.  pliil.-hist.  CI.  XCVI.  Bd.  III.  Hft.  48
            
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