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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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T  ora  asclielc.

z.  B.  bui  ,zwei',  bar  ,Thüre'  (s.  diwer),  bag  ,dick'  (s.  diw'öz);
im  Inlaut  wird  vou  der  Lautgruppe  thw  entweder  der  Labial
bewahrt,  wie  in  tsabur  ,vier',  oder  der  Dental  zu  z  erweicht,
wie  in  pizwan  ,Mittagmahl'  (aus  *pithwana).  Häufig  tritt  s
statt  s,  ts  statt  ö,  z  statt  z  und  g  ein;  im  Inlaut  findet  sich
auch  z  statt  s  (z.  B.  cözm  ,Auge').  Charakteristisch  sind  die
an  Stelle  der  Mediae  vorkommenden  Aspiraten  gh,  dh;  bh  dagegen ­
  fehlt,  es  geht  hie  und  da  in  f  (z.  B.  furz  ,Birke'),  meist
jedoch  in  w  über,  z.  B.  wür  ,Last',  wrüt,Bruder',  wundr  ,Erde',
wand  ,binden',  wares  ,braten';  auch  p  kann  in  w  übergehen.
An  das  Pastö  und  Mungi  erinnert  der  Uebergang  von  d  in  1,
z.  B.  las  (neben  das)  ,zehn',  liw  (Dämon',  malung  ,Mitte'  (-ng
aus  m,  wie  in  yüng  ,unreif,  roh'  (Lgö?),  klfil  ,Schweiss‘  (aus
qaedha),  wul  .Geruch'  (aus  baodha).  Eine  Wortform,  die  in
Bezug  auf  Alterthum  die  entsprechende  baktrische  übertrifft,
ist  reghis  (citral.  rikhis)  ,Bart'  gegenüber  baktr.  raesa,  pers.
res.  Die  grammatischen  Eigentümlichkeiten  werden  wir  später
kennen  lernen.
5.  Das  Sariqoli  und  das  Sighui  oder  Sighnäni,  zwei  eng
verwandte  eranische  Dialekte,  welche  den  einzigen  spärlichen
Ueberrest  der  alten  Sprache  der  Saken  ausmachen,  verhalten
sich  zu  einander  etwa  so  wie  der  östliche  und  der  westliche
Dialekt  des  Pastö.  Die  eranische  Bevölkerung  von  Sighnän
und  Röfnän  ist  auch  noch  gegenwärtig  ziemlich  zahlreich  und
mächtig,  die  vou  Sariqol  dagegen  hat  durch  das  gewaltsame
Verfahren  Yaqub-Ivhan’s  eine  grosse  Einbusse  erlitten  und  wird
nur  noch  in  einigen  wenigen  Ansiedelungen  im  äussersten  Osten
der  eranischen  Welt  gegen  Yarkand  hin  gesprochen.  Die  lautlichen ­
  Eigenschaften  dieser  Schwesterdialekte,  von  denen  das
Sighni  leider  weit  gei’ingere  Berücksichtigung  durch  Faiz-Bakhs
und  Shaw  erfahren  hat,  sind  kurz  folgende.  Das  Sariqoli  hat
eine  grosse  Vorliebe  für  Diphthonge;  baktr.  ae,  altpers.  ai  tritt
einigemale  als  ai  auf,  vgl.  khaidh  ,Schweiss',  naim  ,Hälfte';
häufiger  ist  jedoch  ei,  z.  B.  in  speid  ,weiss',  gein  ,Filz',  teig
,Spitze,  Klippe',  teiz  ,scharf',  yeid  ,Steg',  reidz  ,Ziege',  deir
,spät,  langsam,  zuletzt',  kfieidz  ,recht',  weinam  ,ich  sehe',  parwein
  ,Pferdedecke',  bawein  ,Filzdecke',  und  die  aus  dem  Persischen ­
  entlehnten  Wörter  beiz  ,Sieb‘  (pers.  bez,  blz),  beil
,Schaufel',  kfier/  ,Verwandtschaft',  zanzeir  ,Kette',  kaf/eir  ,Kitt',
            
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