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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Centralasiatische  Studien.

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abweichend;  braune,  rothe  und  selbst  flachsblonde  Haare,  sowie
lichte  Augen  sind  unter  diesen  Galca’s  keine  Seltenheit.  Dabei
ist  die  brachykephale  Schädelbildung  und  die  bedeutende
Schädelcapacität  ein  auffallendes  Merkmal,  das  bei  den  reinen
Tagik’s  selten  hervortritt.  Wir  werden  bei  dieser  Schilderung
an  die  blonden  und  zugleich  brachykephalen  Oseten  erinnert,
welche  den  echten  eranischen  Typus  im  Kaukasus  repräsentiren.
  —  Was  den  Namen  Ghalöah  betrifft,  so  finden  wir  darüber
verschiedene  Meinungen.  Wir  finden  im  Dict.  Turc  -  oriental,
p.  Pavet  de  Courteille  (Paris  1870),  S.  386:  xäAc.  ,bas,  court;
petit  hömme';  bei  Vämbery,  Cagat.  Sprachstudien,  S.  327:
asxJS'  (wie  von  pers.  galah,  gallah  ,Heerde,  bes.  Schafheerde'
kommend)  ,die  in  nomadischem  Zustande  lebenden  persischen
Ureinwohner  im  Chanate  von  Chokand'.  Die  persischen  Wörterbücher ­
  schreiben  auch  gharcah,  was  ,gemein,  roh,  ungebildet, ­
  niedrig'  bedeuten  und  zugleich  einen  Volksstamm  im
Du-äb  bezeichnen  soll.  Wir  leiten  das  Wort  von  dem  obsoleten
,Gebirge',  baktr.  gairi,  wakh.  ghar,  yaghn.  gor,  ab  und  sehen
darin  einen  ,Hochländer,  montagnard'.  Nazarow,  der  in  unserem
Jahrhundert  den  Namen  der  Galca’s  zuerst  erwähnt  (Magasin
asiatique,  p.  Klaproth,  I.  p.  37),  nennt  sie  mehrmal  schlechtweg ­
  ,Persans  montagnards  orientaux';  vgl.  Ujfalvy  p.  25:  ,le
Galtcha  qu’on  a  appele  jusqu’k  present  aussi  Tadjik  des  montagnes';
  auch  die  von  Ujfalvy  vernommene  Volksetymologie
lässt  sich  damit  vereinigen  (p.  14):  ,galtcha,  disent-ils,  signifie
le  corbeau  qui  a  faim  et  qui  se  retire  dans  la  montagne  pour
vivre'.  Das  älteste  Zeugniss  über  die  Galca’s  bietet  Benedict
Goez  (anno  1603),  der  nach  dem  Uebergange  über  den  Hindukus
  auf  dem  Wege  von  Andaräb  nach  Bädakhsän  in  den
Gebirgen  zur  rechten  Seite  vorwiegend  eine  Bevölkerung  antraf, ­
  die  ,Galciä:  gens  est  huius  regionis,  capillitio  barbaque
flava  instar  Belgarum,  qui  hanc  regionem  variis  in  pagis  incolunt'.
  Er  bemerkt  weiter:  ,ex  rebellione  Galciensium  populorum
  itinera  minus  secura  ferebantur'.
Nach  dem  Münsi  Faiz  Bakhs  (Journal  of  the  Royal  Geographical
  Society  XLII,  p.  448  sqq.)  werden  im  Pamir  und
Hindukus  folgende  Sprachen  gesprochen  (p.  473):  ,  Afghani,
Türkis,  Sangliöi,  Iskäsmi,  Sighnäni,  Rösäni,  Mungi,  Käfiri,
Wakhäni,  Citräli,  SariqolP.  Aehnlich  berichtet  der  Pandit
            
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