Die handschriftliche Ueberlieferung des Victor von Vita.
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der Geschichtschreibung, dass man annehmen müsste, der citirte
Absatz sei von Victor eigens bestellt 'worden, um als passende
Einleitung dienen zu können. Zu dem allen kommt noch ein
schwerwiegendes sachliches Bedenken. Sind die ersten drei
Paragraphen ein Citat und Victor der Angesprochene, so erscheint
der im §. 2 genannte Diadocus als dessen Lehrer. Nun
ist nur eine Persönlichkeit dieses Namens bekannt. 1 Ein
Bischof Diadochos von Photike in Epirus wird nämlich von
Photios (cod. 201) als Verfasser einer asketischen Schrift genannt,
welche in der Uebersetzung des Franciscus Turrianus
den Titel De perfectione spiritual) führt. Derselbe wird ausser
von Photios nur von dem Mönche Maximos (in siebenten Jahrhundert
unter Heraklius) citirt. Ueber die Lebenszeit dieses
Diadochos wissen wir nichts. Aber selbst angenommen, derselbe
habe etwa um 450 gelebt, so ist es doch, wie schon
Ruinart z. d. St. gezeigt hat, undenkbar, dass dieser epirotische
Bischof der Lehrer Victors gewesen sei. Auch die Erwähnung
der innumercibilia catholici dogmatis monumenta dictorum passt
nicht, da von dem Epiroten nur ein Werk, und zwar ein
asketisches, bekannt ist. Man müsste somit annehraen, Diadocus
sei wie Victor ein afrikanischer Bichof gewesen. Aber
ein solcher wird nirgends genannt, was im höchsten Grade
auffällt, wenn er, wie der Prolog mit klaren Worten sagt,
die katholische Glaubenslehre in zahlreichen Schriften vertheidigt
hatte.
Wenn somit das einzige Thatsäehliche, welches der Prolog
enthält, die Erwähnung eines Bischofs und Dogmenschriftstellers
Diadochus, sich als eine offenbare Fälschung erweist, wenn der
] Ein anderer Diadochos, allerdings sehr zweifelhaften Namens, ist bis jetzt
ganz unbeachtet geblieben. Im Jahre 1694 veröffentlichte Joh. Rud.
Wetstenius im Anhänge zu mehreren Werken des Origenes aus einem
Berner codex eine Schrift unter dem Titel: toü [raxaptou Mecpzou xou
AiocSdyou zata ’ApEtavwv Aoyoc (Origenis Dialogus contra Marcionitas etc.
quibus accedit b. Marei Diadochi Sermo contra Arianos, Basileae
MDCXCIV). Danach hiess also der Verfasser dieses Sermo entweder
Mctpxoc 6 A'.äooyoc oder Mapxop 6 AiaSo^ou und kaun mit dem oben genannten
Diadochos auf keinen Fall identificirt werden. Erwähnt wird
dieser Markos nirgends, und dass er zur Blüthezeit des Arianismus gelebt
habe, vermuthete Ilenr. Wetstenius (in der Praef.) nur darum, weil
sein \6-[o$ mitten unter den Werken des Athanasius sich fand.
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