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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Die  handschriftliche  Ueberliefevung  des  Victor  von  Vita.

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liess,  eine  so  durchaus  uncharakteristische,  inhaltsleere  und  an
Gemeinplätzen  reiche  Passionsgeschichte  geschrieben  habe.
Dazu  kommen  noch  rein  sachliche  Gründe,  welche  unbedingt
entscheidend  sind.
In  der  Uebersicht  über  die  Verfolgung  Hunirichs  (§.  2—6)
werden  auffallende  Unrichtigkeiten,  zum  Theil  auch  ganz
läppisches  Zeug  aufgetischt.  So  behauptet  der  Verfasser,
Ilunirich  habe  die  Thüren  der  katholischen  Kirchen  durch
gewaltige  Steine  zumauern  lassen  (5),  während  Victor  sich  nie
eines  anderen  Wortes  als  des  einfachen  claudere  bedient.  Dass
die  Kirchenthüren  unter  Geiserich  und  Hunirich  blos  gesperrt
waren,  ersieht  man  auch  aus  der  Erzählung  I,  41:  Katholiken
öffnen  eine  versperrte  Kirche  (sibimet  clausam  ecclesiam  reserarent),
  werden  aber  von  einer  ariauischen  Rotte  überfallen
und  durch  die  offenen  Fenster  hinein  mit  Pfeilen  beschossen;
vgl.  auch  I,  51.  —  Komisch  klingt  die  Behauptung  (§.  5),
Hunirich  habe  alle  Männer-  und  Frauenklöster  sammt  ihren
Bewohnern  den  Mauren  geschenkt.  Das  Aergste  leistet  der
Verfasser  aber  am  Schlüsse  seiner  Erzählung.  Nachdem  er
das  Wunder  mitgetheilt,  dass  das  Meer  die  unverletzten  Leiber
der  Getödteten  noch  in  derselben  Stunde,  in  der  sie  umgekommen ­
  waren,  an  den  Strand  geworfen  habe,  fährt  er  fort
(15):  Gaudens  autem  quae  aderat  multitudo  corpora  sanctorum
martyrum.  diligenti  tradidit  sepulturae,  praeeunte  clero  uenerabili
Carthaginiensis  ecclesiae:  id>i  etiam  et  praedicandi  diacones,  tertio
iam.  confessores  effecti,  Salutaris  et  Muritta,  geruli  reliquiarum
adfuerunt.  Diese  Stelle  verdient  eine  nähere  Beleuchtung.
Victor  erzählt  III,  34  ff.,  der  gesammte  Clerus  der  carthagischen
  Kirche,  etwa  500  Personen,  darunter  viele  Lectoren,
der  Diacon  Muritta  und  der  Archidiacon  Salutaris,  seien,
nachdem  der  Bischof  Eugenius  sich  schon  im  Exil  befand,
weit  weg  in  die  Verbannung  geschickt  worden.  Nachdem  er
dann  noch  erwähnt  hat,  dass  von  dieser  Schaar  zwölf  Sängerknaben ­
  gewaltsam  getrennt  wurden,  fährt  er  §.  41  fort:  Iltis
diebus  et  duo  negotiatores  Frumentius  et  alius  Frumentius  ipsiusdem
  urbis  egregio  martyrio  coronati  sunt.  Tune  et  septem  fratres,
non  natura  sed.  gratia,  simul  in  monasterio  commanentes,  confessionis
  certamine  expleto  inmarcescibilem  peruenerunt,  ad  coronam,
id  est  Liberatus  abha,  Bonifatius  diaconus,  Seruus  subdiaconus,
            
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