Die handschriftliche Ueberliefevung des Victor von Vita.
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liess, eine so durchaus uncharakteristische, inhaltsleere und an
Gemeinplätzen reiche Passionsgeschichte geschrieben habe.
Dazu kommen noch rein sachliche Gründe, welche unbedingt
entscheidend sind.
In der Uebersicht über die Verfolgung Hunirichs (§. 2—6)
werden auffallende Unrichtigkeiten, zum Theil auch ganz
läppisches Zeug aufgetischt. So behauptet der Verfasser,
Ilunirich habe die Thüren der katholischen Kirchen durch
gewaltige Steine zumauern lassen (5), während Victor sich nie
eines anderen Wortes als des einfachen claudere bedient. Dass
die Kirchenthüren unter Geiserich und Hunirich blos gesperrt
waren, ersieht man auch aus der Erzählung I, 41: Katholiken
öffnen eine versperrte Kirche (sibimet clausam ecclesiam reserarent),
werden aber von einer ariauischen Rotte überfallen
und durch die offenen Fenster hinein mit Pfeilen beschossen;
vgl. auch I, 51. — Komisch klingt die Behauptung (§. 5),
Hunirich habe alle Männer- und Frauenklöster sammt ihren
Bewohnern den Mauren geschenkt. Das Aergste leistet der
Verfasser aber am Schlüsse seiner Erzählung. Nachdem er
das Wunder mitgetheilt, dass das Meer die unverletzten Leiber
der Getödteten noch in derselben Stunde, in der sie umgekommen
waren, an den Strand geworfen habe, fährt er fort
(15): Gaudens autem quae aderat multitudo corpora sanctorum
martyrum. diligenti tradidit sepulturae, praeeunte clero uenerabili
Carthaginiensis ecclesiae: id>i etiam et praedicandi diacones, tertio
iam. confessores effecti, Salutaris et Muritta, geruli reliquiarum
adfuerunt. Diese Stelle verdient eine nähere Beleuchtung.
Victor erzählt III, 34 ff., der gesammte Clerus der carthagischen
Kirche, etwa 500 Personen, darunter viele Lectoren,
der Diacon Muritta und der Archidiacon Salutaris, seien,
nachdem der Bischof Eugenius sich schon im Exil befand,
weit weg in die Verbannung geschickt worden. Nachdem er
dann noch erwähnt hat, dass von dieser Schaar zwölf Sängerknaben
gewaltsam getrennt wurden, fährt er §. 41 fort: Iltis
diebus et duo negotiatores Frumentius et alius Frumentius ipsiusdem
urbis egregio martyrio coronati sunt. Tune et septem fratres,
non natura sed. gratia, simul in monasterio commanentes, confessionis
certamine expleto inmarcescibilem peruenerunt, ad coronam,
id est Liberatus abha, Bonifatius diaconus, Seruus subdiaconus,