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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Die  handschriftliche  Ueberlieferung  des  Victor  von  Vita.

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I,  3  inuenientes  igitur  pacatam  quietamque  prouinciam,  speciositatem
  totius  terrae  florentis  qitaquauersum,  impietatis  agminibus
impetebant,  deuastando  depopulabantur.  Halm  fasst  quaquauermm
denionstrativisch.  Aber  für  den  relativen  Gebrauch  sind  Augustin.
C.  D.  II,  6  fin.,  XVIII,  22  und  46,  XIX,  12,  XXII,  8  und  29
beweisend.  Das  Komma  gehört  somit  vor  quaquauermm.
I,  19  ut  eins  efficiaris  cultu  religionis,  quam  et  nos  et  noster
populus  ueneratur.  Alle  Mss  haben  cultu  bis  auf  den  Bernensis,
welcher  cultor  bietet.  Ich  halte  diese  Schreibung  für  die
richtige,  cultu  in  Verbindung  mit  eins  religionis  ist  zu  geschraubt
und  sonderbar;  denn  man  müsste  erklären:  ,dass  du  in  Hinsicht
auf  die  Verehrung  dich  zu  derselben  Religion  bekehrest  u.  s.  w. £
Dagegen  vgl.  man  folgende  Verbindungen:  III,  14  ueris  autem
maiestatis  diuinae  cultoribus;  Cod.  Theod.  XVI,  tit.  5,  6  catliolicae
  religionis  uerus  cultor;  Pauli  Hist.  XVI,  7  rectae  fidei
cultor.  —  Wie  cultu  entstand,  ist  leicht  zu  ersehen.  Der
Archetypus  aller  Mss  hatte  Nominativformen  auf  -ur  statt  -or;
denn  I,  28  überliefern  B  V  Cß  ordinatur  st.  ordinator,  II,  18
BVCa  fulgur  st.  fulgor,  II,  35  BV  consolatur  st.  consolator,
II,  15  P  uiolatur  st.  uiolator.  Aus  einem  ursprünglichen  cultur
religionis  wurde  nun  durch  den  Abfall  des  schliessenden  r  cultu
religionis;  vgl.  oben  S.  641.
I,  20  hie  enim  panis  ut  ad  tantum  decoreni  splendoris
uenisset  et  mensae  regiae  necessarius  haberetur,  discussa  spuria
furfuris  ex  massa  simidaginis  conspersus  per  aquam  transiuit
et  ignem.  (21).  Ita  et  ego  mola  catholicae  matris  commolitus  et
cribro  examinationis  ut  simula  munda  purgatus  rigatus  sum  aqua
baptismatis  et  igne  sancti  spiritus  coctus.  Was  ist  hier  spuria?
Als  Substantiv  ist  es  unbelegt.  Fasst  man  es  als  substantivirtes
  Adiectiv,  so  kann  discussa  spuria  nur  in  der  Construction
des  absoluten  Nominativs  stehen,  eine  Auffassung,  die  bei  Victor
ganz  wohl  zulässig  ist.  Was  aber  nicht  passt,  ist  der  Begriff
spurius.  Diesem  steht  im  zweiten  Theile  der  Vergleichung
gegenüber:  commolitus  et  cribro  .  .  purgatus.  Victor  will  also
sagen:  ,Wie  die  Kleie  vom  feinen  Mehle  durch  das  Sieb  gesondert ­
  wird,  so  bin  ich  durch  das  Sieb  der  Prüfung  gereinigt'.
Wir  erwarten  somit  statt  spuria  ein  Wort,  das  den  Begriff
des  Unreinen  ausdrückt.  Nimmt  man  nun  dazu  noch,  dass
die  bei  der  Mehlbereitung  durch  das  Sieb  ausgeschiedenen
            
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