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Petschenig.
III. Abschnitt.
Studien zur Kritik des Textes.
I. Capitel.
Orthographische Fragen. 1
In diesem Abschnitte wird hauptsächlich zu untersuchen
sein, in wie weit die mitunter eigentümlichen Schreibungen,
an denen a und besonders BVC reich sind, Berücksichtigung
verdienen. Dass die Classe a, wie im Allgemeinen den Text,
so auch die ursprüngliche Orthographie treuer bewahrt hat,
beweist schon die Schreibung der nomina propria; vgl. oben
S. 649—650. B ist natürlich in erster Linie von Wichtigkeit. So
hat neben diesem Ms I, 44 nur L Iucundo, die übrigen Iocundo;
II, 31 hat B allein lucustarum, II, 16 allein lucundum, III, 19
allein domni. B schreibt ferner consequent urguere; darin
stimmt V in den meisten, CM in einigen Fällen; .die Classe ß
hingegen hat diese Form niemals. Ebenso finden sich iii B
regelmässig richtig sollemnitas prouincia membrum, in den übrigen
auch sollempnitas prouintia menbrum. Bonifatim ist nur in Mss
der Classe a, namentlich in B, immer richtig überliefert, in ß
überwiegt Bonifacius. —• Wenn somit B oder die ganze Classe a
Schreibungen bietet, welche von der gangbaren Orthographie
abweichen, so wird man zunächst die Frage nach der Berechtigung
derselben aufzuwerfen haben und sie nicht einfach als
Schreibfehler bei Seite schieben. Zur Richtschnur dienen hiebei:
Scliuchardt, der Vocalismus des Vulgärlateins; Möller, titulorum
Africanorum orthographia, Gryphiswaldiae 1875; M. Hoffmann,
index grammaticus ad Africae prouinciarum Tripolitanae
Byzacenae proconsularis titulos latinos, Argentorati 1878. Zugleich
wird im Auge zu behalten sein, dass wir ein Werk vor
uns haben, welches auch in syntaktischer Beziehung durchaus
der mittelaltexdichen Latinität nahe steht.
• O = alle Mas. (II) — von Halm aufgenommene Schreibung.