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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

III
1
.
i !
Die  handschriftliche  Ueherlieferung  des  Victor  von  Vita.  647
i
hat  durch  Interpolation  stark  gelitten  und  steht  an  Werth  etwa
M  oder  a  gleich.
7.  Cod.  Bernensis  48  s.  X,  einst  in  Fleury,  von
192  Blättern.  Der  Text  des  Victor  steht  f.  2 a —33 a ;  das
erste  Blatt  des  Textes  ist  weggerissen,  der  ursprüngliche  Titel
auf  f.  l b  zur  Hälfte  zerstört  und  am  linken  Rande  von  junger
Hand  ersetzt.  Auf  Victor  folgen  passiones  und  uitae  sanctorum.
Der  Bernensis  ist  äusserst  nachlässig  geschrieben  und
wimmelt  daher  von  Fehlern,  Correcturen  erster  und  zweiter
Hand  und  Nachträgen  am  Rande.  Ausserdem  wird  der  Text
häufig  durch  Inhaltsangaben  unterbrochen.  So  wird  z.  B.  p.  4,  5
nach  corpore  eingeschaltet  de  sancto  mansueto;  p.  5,  2  stehen
hinter  uuandalornm  die  Worte  scs  qd  null  ds  in  exilium  missus.
Sogar  der  Zusammenhang  des  Satzes  wird  durch  derlei  Einschiebsel ­
  zerrissen;  so  folgt  p.  8,  2  auf  die  Worte  ordinatur
quondam  memorati  sacerdotis  nomine  thomas,  mit  denen  ein
Hauptsatz  beginnt,  auf  neuer  Zeile  die  Capitelüberschrift  tomas
episcopus  uenerabilis.  Dass  diese  Einschiebsel  am  Rande  des
Archetypus  von  b  gestanden  hatten,  geht  schon  daraus  hervor,
dass  dieselben  auch  im  Parisinus  am  Rande,  und  zwar  meist
in  wörtlicher  Uebereinstimmung,  erscheinen.
Trotz  der  Nachlässigkeit,  mit  welcher  der  Bernensis  geschrieben ­
  ist,  bietet  er  einen  Text,  welcher  im  Ganzen  nicht
schlechter  ist  als  der  der  beiden  anderen  Mss  derselben  Classe,
und  sich  sogar  in  einzelnen  Fällen  der  richtigen  Ueherlieferung
von  a  näher  anschliesst.  I,  8  liest  a.  richtig  ibi,  b  mit  einem
kleinen  Fehler  iui,  PR  ganz  falsch  in.  I,  34  ist  in  a  ganz
fehlerfrei  überliefert:  artatur  Maxima  durae  custodiae  cuspidique
cnideli  extendiiur.  PR  lesen  artantur  und  extenduntur,  b  mit
einem  kleinen  Fehler  artatur  m.  dura  custodia  c.  c.  extenditur.
II,  29  hat  b 1  colligatis  mit  a,  PR  colligalum,  III,  4  a  und  b
nullos,  PR  nullus.  Vielfach  hat  auch  die  zweite  Hand  die
fehlerhafte  Schreibung  der  ersten  corrigirt  oder  Lücken  ergänzt, ­
  und  zwar  nach  einer  der  Classe  a  nahestehenden  Handschrift. ­
  Beispiele:  I,  10  toto  aus  totus,  pampinianus  aus  pampinias,
  uricitanus  aus  iuricitanus.  I,  13  steht  in  b  e||fe|jfo||.
Dass  o  aus  u  gemacht  ist,  ist  noch  erkennbar;  ohne  Zweifel
stand  von  erster  Hand  wie  in  PR  efesum.  I,  18  ist  qiiibus
dixit  rex  gestrichen  und  das  Richtige  quibus  ille  per  internuntinm
            
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