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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Die  handschriftliche  Ueherlieferung  des  Victor  von  Vita.

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Wie  die  vorstehende  Zusammenstellung  zeigt,  stimmt  M
in  auffallender  Weise  sowohl  mit  F 1 ,  d.  h.  mit  den  nicht
corrigirten,  als  mit  F 2 ,  den  durch  Correctur  entstandenen  Lesarten ­
  des  Vindobonensis.  Demnach  kann  man  schliessen,  dass
M  von  F  abstammt.  Da  man  M  in  das  zwölfte  Jahrhundert
setzt,  fallen  also  die  Correcturen  in  F  in  das  zehnte  bis  zwölfte
Jahrhundert.  Diesen  Schluss  bestätigt  auch  der  Augenschein.
Bei  der  Mehrzahl  derselben  ist  man  im  Zweifel,  ob  sie  von
der  Hand  des  Schreibers  selbst  oder  von  einer  nahezu  gleichzeitigen ­
  herstammen;  auch  wo  der  Schriftcharakter  verschieden
ist,  erweist  sich  die  Correctur  als  alt.
Nicht  viel  älter  als  M  dürfte  die  Handschrift  von  Kremsmünster ­
  sein,  die  man  gleichfalls  dem  zwölften  Jahrhundert
zuweist.  Dass  dieselbe  nicht  aus  F  geflossen  sein  könne,
liegt  auf  der  Hand.  Wäre  sie  nämlich  im  zwölften  Jahrhundert
aus  F  abgeschrieben  worden,  so  müsste  sie  in  ähnlicher  Weise
wie  M  mit  F 2  stimmen;  aus  F 1  konnte  sie  aber  nicht  abgeschrieben ­
  worden  sein,  da  sie  in  diesem  Falle  den  Schriftcharakter ­
  des  zehnten  bis  elften  Jahrhunderts  tragen  würde.
Es  bleibt  daher  nur  folgende  Alternative:  entweder  ist  C  aus
demselben  Archetypus  mit  F  geflossen,  oder  aus  einer  Abschrift
von  F,  welche  mit  dieser  Handschrift  fast  gleichalterig  war.
Da  aber  die  letztere  Annahme  wegen  der  zahlreichen  schon
von  erster  Hand  herrührenden  Correcturen  in  F,  von  denen
sich  in  C  keine  Spur  findet,  wenig  wahrscheinlich  ist,  muss
dem  Cremifanensis  als  selbständigem  Vertreter  jener  Ueberlieferung,
  aus  der  auch  F  stammt,  neben  dieser  Handschrift
ein  gewisser  Werth  beigelegt  werden,  während  M  nur  von  seinuntergeordneter
  Bedeutung  ist.  M  ist  übrigens  auch  ziemlich
stark  interpolirt,  während  C,  wenigstens  von  erster  Hand,  von
willkürlichen  Aenderungen  und  Zusätzen  fast  ganz  frei  ist.
5.  Cod.  Abrincensis  168  s.  XII.  Diese  Handschrift
enthält  neben  Victor  noch  Jornandes,  Gildas  und  Guilelmus
Apuliensis;  vgl.  catalogue  general  des  bibliotheques  des  depart.
t.  IV,  p.  513.  Der  Text  des  Victor  hat  mehrere  Lücken,
da  zwei  Blätter  ganz,  zwei  andere  zum  Theil  weggerissen  sind.
Der  Abrincensis  gehört  unzweifelhaft  der  IJandschriften-Classe  a
an,  ist  aber  doch  von  der  anderen,  in  Frankreich  in  vielen
Exemplaren  verbreiteten  Classe  nicht  unberührt  geblieben.
            
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