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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Emerico  Amari  in  seinem  Verhältniss  zn  G.  B.  Yico.

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den  Consequenzen,  welche  ans  den  metaphysischen  Grundanschauungen ­
  seiner  allgemeinen  Weltlehre  sonst  sich  unvermeidlich ­
  ergeben  würden.
Die  Zurückhaltung,  welche  Vico  sich  in  dieser  Hinsicht
auferlegt,  ist  Ursache  des  Gewichtes,  welches  er  im  Gegensätze ­
  zum  eigentlichen  speculativen  Denken  auf  den  an  der
Erfahrung  entwickelten  Sensus  communis  des  menschlichen
Geschlechtes  legt.  Er  kannte  übrigens  das  nach  tiefster  Begründung ­
  in  sich  selber  strebende  philosophische  Denken  nur
in  den  Gestalten  eines  abstracten  Spiritualismus  und  Vernunftdeterminismus, ­
  die  ihm  mit  einer  lebensvollen  Auffassung  des
Menschen  und  der  Welt,  in  die  der  Mensch  als  Erkennender
und  Handelnder  gestellt  ist,  nicht  vereinbar  schienen.  Vico’s
Betonung  der  Bedeutung  des  die  Gesammtheit  beseelenden
Gemeinbewusstseins,  bestimmt  Amari,  Vico  mit  Grotius  und
Sokrates  in  Eine  Linie  zu  stellen,  und  ihn  als  den  Sokrates
und  Grotius  des  18.  Jahrhunderts  zu  bezeichnen.  Diese  Zusammenstellung ­
  ist  allerdings  nur  relativ  gemeint,  und  bezieht
sich  darauf,  dass  jeder  dieser  drei  Männer  aus  der  Gleichförmigkeit ­
  der  Gesetze  und  Anschauungen  der  Völker  die
Existenz  eines  Jus  universale  gentium  ableitet,  welches  nach
Sokrates  den  Völkern  nur  von  der  Gottheit  dictirt  sein  kann,
nach  Grotius  aber  zufolge  der  allen  Menschen  gemeinsamen
Vernunft  sich  Bahn  bricht.  Vico  unterscheidet  sich  von  Beiden
durch  die  ungleich  lebendigere  Fassung  dieses  menschlichen
Gemeingeistes,  welcher  ihm  nichts  anderes  als  ein  durch  das
Wirken  der  geistig  belebenden  Nähe  der  verborgenen  Gottheit
causirtes  Educt  aus  der  Tiefe  der  menschlichen  Seelen,  eine
lebendige  Schöpfung  der  Gottheit  ist,  deren  continuirliche
Schaffensthätigkeit  in  der  Hervorbringung  dieses  Gemeingeistes
culminirt,  und  das  zeitliche  Werk  der  Menschenschöpfung  gewissermassen
  zum  Abschlüsse  bringt,  indem  hiemit  die  menschliche ­
  Societät,  ausserhalb  welcher  ein  wahrhaftes  Menschsein
unmöglich  ist,  actuirt  wird.  Freilich  ist  dieser  Abschluss  der
göttlichen  Schaffensthätigkeit  nur  ein  relativer,  sofern  in  Kraft
derselben  verborgenen  göttlichen  Causalität  auch  noch  das
geistig  vertiefte  Verständniss  der  Aussagen  des  Sensus  communis ­
  aus  dem  Denken  des  Einzelnen  sich  heraussetzen  soll,
■wodurch  die  philosophische  Erkenntniss  des  Gerechten,  die
            
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