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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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Werner.

Spruche  gegen  die  Anschauungen  seines  Lehrers  Aristoteles, 1
der,  wie  vorhin  bemerkt  wurde,  über  den  Gedanken  einer
blossen  Gattungseinheit  der  Menschen  nicht  hinauskam,  und
demzufolge  an  angeborne  Unterschiede  edlerer  und  minder
edler  Menschennaturen,  wie  unter  den  Einzelnen  so  auch  unter
den  Völkern,  glaubte.  Alexander  hat  nach  Plutarchs  Dafürhalten ­
  das  in  lebendige  That  umgesetzt,  was  der  Stoiker  Zeno
in  seinem  Werke  über  den  Staat  als  philosophische  Wahrheit
lehrte,  indem  er,  wohl  der  erste  unter  den  Philosophen,  den
Menschen  als  Weltbürger  fasste,  und  alle  Völker  unter  der
Herrschaft  gemeinsamer  Gesetze  vereinigt  wünschte.  2  Dies  ist
nun  dasselbe,  was  wir  oben  bereits  aus  Cicero’s  Munde  vernahmen, ­
  und  was  mit  dem  Beginne  der  christlichen  Aera  unter
den  gebildeten  Römern  und  Griechen  bereits  Gemeingut  der
Ueberzeugung  zu  werden  begann. 3  Amari  verargt  es  Carmignani,
dass  dieser  den  Stoikern  eine  kosmisch-naturalistische,  ethisch
und  politisch  völlig  unfruchtbare  Auffassung  ihrer  kosmopolitischen ­
  Idee  vom  Menschen  zur  Last  lege;  Amari  führt  dagegen
Aussprüche  des  Seneca  und  Marc  Aurel  ins  Feld,  so  wie  jene
berühmte  Constitution  des  römischen  Rechtes, 4  durch  welche
etwa  35  Jahre  nach  Marc  Aurel  allen  Völkern  des  römischen
Weltreiches  das  römische  Bürgerrecht  zuerkannt  wurde.  Carmignani ­
  mag  in  seinem  Urtheile  über  die  Stoiker  von  Vico
beeinflusst  gewesen  sein,  welcher  den  kosmopolitischen  Universalismus ­
  der  Stoiker  unerwähnt  lässt,  dafür  aber  ihren  Fata-1

  Vgl.  die  Stelle  bei  Plutarch:  Ou  yap,  wc  Apiarot&T);  ouvsßouXEusv  autw,
tot?  [J.sv  'TEXAtjuiv  7jysptovixtu;,  soTc  os  ßapßäpoi?  SsaTtorixws  ypojpEvov  .  .  .  aXXa
y.o'.vö;  7]XEiv  öeoOev  äppoosL  xal  SiaXXaxtqs  xtuv  oXcov  vou'.'ijwv,  oü^  toj  Xoyw
[irj  auvijyE,  tot?  ojtXot;  ßia^bpevos  e?;  to  autb  auVEveyxcbv  tx  jtavtayo'Osv,  wajEEp
lv  xpaxrjpi  9'.XoTi|J.^a!w,  ptiija;  tob;  ßtou;  xal  za  rjör)  .  .  .  jtatpioa  piv  tr)V
olxoup.itvrjv  -poas'taijEV  ^yEiaÖai  "xvtxc  ....  to  os  'EXXr)Vixov  xal  ßapßaptxbv
p.r)  yXap-uot  |xxj  r.D.z^  .  .  .  aXXa  tb  psv  'EXXrjvixbv  apsti),  to  oe  ßapßaptxbv
xaxfa  tsxpatpEaOat.  Plutarch  de  Alexandri  M.  Fortuna,  Orat.  I.
2  'H  Jtobu  0aup.alJop.EVr,  jxoAitsia  tou  trjv  Sttotxtov  afpeotv  xataßaXXopivou  Zrjvwvo;
Et?  ev  touto  uuvtEtvEt  xstpdXatov,  tva  p/ij  xata  eeoXel;  u.rjb$  xata  or]ü.o'j;  oixcbptEV,
tSfotc  sxaotot  Stcoptap.s'vot  bixatot;,  dXXa  tdvtac  avOpojto'JC  7jyu>pt£0a  Srjpto'ta;
xal  toXltac,  eT;  oe  ßto;  r (  xal  xo'apo;  ojojiEp  ays’Xrjc  auvvo'p.ou  vo'ptp  xoivtö
auvtpEtop-E'vr,;.  Ibid.
3  Die  Nachweise  hievon  bei  Amari,  Critica,  p.  268  ff.
J  Legg.  17  sq.  de  stat.  hom.
            
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