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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Ueber  ein  Glossenwerk  zum  Dichter  Sedulius.

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später  dem  Sedulius  zuschrieb,  nichts  wusste.  Das  Opus  paschale
  wird  im  Commentar  nicht  erwähnt.
Was  endlich  in  Hinsicht  auf  die  Textkritik  diesen
Commentar  betrifft,  so  steht  wohl  ausser  Zweifel,  da  derselbe
aus  dem  Ende  des  IX.  Jahrhunderts  stammt,  dass  die  Lesearten ­
  im  Wortlaut  der  zu  erklärenden  Stellen  aus  Sedulius
die  Bedeutung  einer  handschriftlichen  Ueberlieferung  haben.
Es  kann  hier  nicht  der  Ort  sein,  alle  einschlägigen  Stellen
zu  besprechen  und  etwa  zu  untersuchen,  welche  Textesrecension
dem  Erklärer  vorlag;  nur  an  einigen  Stellen  soll  die  Bedeutung
dieser  Lesearten  erprobt  werden.  Zunächst  sei  erwähnt,  dass
die  in  den  Ausgaben  stehenden  Verse  C.  p.  III,  176—181  im
Commentar  nicht  berührt  werden,  dass  also  auch  in  der  Vorlage ­
  des  Commentators  diese  Verse  gefehlt  haben.  V.  I,  6  .  .
satiare  cibo  schwanken  die  Hss.  zwischen  saturare  und  satiare.
Die  Expositio  sagt  f.  19  Satiare  .  i.  replere,  ac  si  diceret:  Magis
debes  repleri  cibo  spiritali  quam  corporali.  An  der  wichtigen
Stelle  I,  19  Ridiculoue  Getae  ...  ist  die  Entscheidung  nicht
völlig  sicher.  Exp.  f.  21  Ridiculo  .  i  .  ioco.  Getae  persona
comica  est  apud  Terentium.  Aendert  man  die  Interpunction,
so  kann  Getae  auch  zu  ioco  bezogen  werden  und  es  bleibt
unentschieden,  ob  Remigius  in  seiner  Vorlage  Geta  oder  Getae
las.  (Vgl.  de  Sed.  uita  p.  13.)  Belehrend  ist  der  Commentar
für  die  Stelle  I,  42  Legis,  Athenaei  paedorem  linquite  pagi.
Die  älteste  Hs.,  der  Cod.  Taurin.,  gibt  mit  anderen  paedorem,
jüngere  Hss.  haben  foetorem.  Die  Entstehung  dieser  Variante
lässt  sich  mit  Wahrscheinlichkeit  auf  diesen  Commentar  zurückführen, ­
  wo  es  f.  24  heisst:  Pedorem  .  i.  faetorem.  Pedor
proprie  dicitur  faetor  pedum.  Wir  haben  schon  bemerkt,  dass
die  Erklärungen  des  Commentars  verkürzt  an  den  Rand,  dann
auch  zwischen  die  Zeilen  des  Gedichtes  geschrieben  wurden.
Stand  foetor  als  Glosse  über  paedor,  so  konnte  es  auch  leicht
in  den  Text  gerathen.  Aus  diesem  Beispiele  wird  ersichtlich,
welch  irrigen  Weg  der  neueste  Herausgeber,  L(jioshorn,  einschlug, ­
  indem  er  in  der  Meinung,  die  Münchener  Hss.  seien
für  die  Textesherstellung  ausreichend,  mit  diesen  foetorem
edirte.  Die  Leseart  serpit  (I,  40)  wird  auch  durch  den  Comm.
bestätigt,  f.  24  Serpit  .  i.  penetrat.  Mit  der  ersten  Hand  des
Cod.  Taur.  stimmt  (V.  I,  120)  die  Leseart  des  Comm.  f.  35
            
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