Ueber ein Glossenwerk zum Dichter Sedulius.
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später dem Sedulius zuschrieb, nichts wusste. Das Opus paschale
wird im Commentar nicht erwähnt.
Was endlich in Hinsicht auf die Textkritik diesen
Commentar betrifft, so steht wohl ausser Zweifel, da derselbe
aus dem Ende des IX. Jahrhunderts stammt, dass die Lesearten
im Wortlaut der zu erklärenden Stellen aus Sedulius
die Bedeutung einer handschriftlichen Ueberlieferung haben.
Es kann hier nicht der Ort sein, alle einschlägigen Stellen
zu besprechen und etwa zu untersuchen, welche Textesrecension
dem Erklärer vorlag; nur an einigen Stellen soll die Bedeutung
dieser Lesearten erprobt werden. Zunächst sei erwähnt, dass
die in den Ausgaben stehenden Verse C. p. III, 176—181 im
Commentar nicht berührt werden, dass also auch in der Vorlage
des Commentators diese Verse gefehlt haben. V. I, 6 . .
satiare cibo schwanken die Hss. zwischen saturare und satiare.
Die Expositio sagt f. 19 Satiare . i. replere, ac si diceret: Magis
debes repleri cibo spiritali quam corporali. An der wichtigen
Stelle I, 19 Ridiculoue Getae ... ist die Entscheidung nicht
völlig sicher. Exp. f. 21 Ridiculo . i . ioco. Getae persona
comica est apud Terentium. Aendert man die Interpunction,
so kann Getae auch zu ioco bezogen werden und es bleibt
unentschieden, ob Remigius in seiner Vorlage Geta oder Getae
las. (Vgl. de Sed. uita p. 13.) Belehrend ist der Commentar
für die Stelle I, 42 Legis, Athenaei paedorem linquite pagi.
Die älteste Hs., der Cod. Taurin., gibt mit anderen paedorem,
jüngere Hss. haben foetorem. Die Entstehung dieser Variante
lässt sich mit Wahrscheinlichkeit auf diesen Commentar zurückführen,
wo es f. 24 heisst: Pedorem . i. faetorem. Pedor
proprie dicitur faetor pedum. Wir haben schon bemerkt, dass
die Erklärungen des Commentars verkürzt an den Rand, dann
auch zwischen die Zeilen des Gedichtes geschrieben wurden.
Stand foetor als Glosse über paedor, so konnte es auch leicht
in den Text gerathen. Aus diesem Beispiele wird ersichtlich,
welch irrigen Weg der neueste Herausgeber, L(jioshorn, einschlug,
indem er in der Meinung, die Münchener Hss. seien
für die Textesherstellung ausreichend, mit diesen foetorem
edirte. Die Leseart serpit (I, 40) wird auch durch den Comm.
bestätigt, f. 24 Serpit . i. penetrat. Mit der ersten Hand des
Cod. Taur. stimmt (V. I, 120) die Leseart des Comm. f. 35