Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

UeLer  ein  Glossen  werk  zum  Dichter  Sedulius.

547

Bemerkungen  stützt  sich  Remigius  natürlich,  wie  alle  späteren
Grammatiker,  allerdings  in  verschiedener  Werthschätzung  auf
Priscian  und  Donat,  dagegen  tritt  in  der  etymologischen  Ableitung ­
  lateinischer  wie  griechischer  Wörter  eine  grosse  Unkenntniss
  zu  Tage,  zugegeben  dass  auch  mancher  Fehler  auf
Rechnung  mangelhafter  Ueberlieferung  kommt  und  vielleicht  die
Mehrzahl  der  Ableitungen  durch  die  Schultradition  ohne  Kritik
aufgenommen  worden  war.  Die  Behauptung  aber  Haureau’s
(Biogr.  gen.),  dass  Remigius  vom  Griechischen  nichts  gewusst
habe,  finde  ich  durch  diesen  Commentar  nicht  bestätigt.  Man
muss  auch  annehmen,  dass  im  IX.  Jahrhunderte  die  Kenntniss
vom  Griechischen  noch  eine  grössere  war  als  in  der  folgenden
Zeit,  wofür  die  mangelhafte  Ueberlieferung  dieses  Commentars
ein  deutlicher  Beweis  ist. 1
Was  den  Stil  betrifft,  so  zeigt  er  sich  in  diesem  Commentar ­
  nicht  verschieden  von  anderen  Schriften  des  Remigius.
Auch  in  ihm  zeigt  sich  der  Verfall  und  kann  nur  in  Hinsicht
auf  eine  mittellateinische  Grammatik  und  deren  Vergleichung  mit
romanischen  Elementen  von  Interesse  sein  (vgl.  z.  B.  f.  149  modo
dicit,  quomodo  condoluit  terra,  quia  iam  dictum  habet  de  caelo).
Wir  kommen  schliesslich  zu  der  wichtigen  Frage,
welchen  Nutzen  dieser  Commentar  einerseits  für  die  Kenntniss

1  Ueberhaupt  sind  über  die  Kenntniss  vom  Griechischen  im  Mittelalter
vielfach  einseitige  Urtheile  in  Umlauf.  So  z.  B.  sagt  Thurot  a.  O.  p.  65  f.
in  Bezug  auf  das  Griechische:  On  ne  savait  ni  decliner  ui  conjuger,
comme  il  parait  dans  les  gloses  suivantes  d’un  manuserit  de  Priscien
du  X°  siede.  Mau  mache  dieselbe  Probe  an  einer  anderen  Hs.  zu  Priscian
aus  demselben  Jahrhundert  (X.),  nämlich  an  dem  schon  erwähnten  Cod.
Vind.  114,  und  es  ergibt  sich  ein  besseres  Urtheil.  Vgl.  z.  B.  f.  13 b  articuli
  Greci  generis  masculini:
0.  hic  .  Tou  huius.  To>  huic.  Twn  hunc.  wo  Act  tou  ab  huius  1  ab  hoc
01.  hi  .  Twv  horum.  Toi;  his.  Tou;  hos  .  wo  Act  twN  ab  his
u.  s.  w.  generis  feminini  und  neutri.
f.  14 b  nominatiuus

ONOMATIKIIC  II  HMMPA

dies

fENIKHC
AOTIKHC
A1T1ATIKHC
KLETIKHC

T1IC  HiMHPAC
liuic
TH  IIMHPA
TUN  HMIIPAN
w  HMHPA
HC

diei
diei
diem
dies

A4>IIPHTIKHC  AnO  TOT  HMHPAC  die  u.  s.  w.

35*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.