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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

lieber  ein  Glossenwerk  zum  Dichter  Sedulius.

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fassers  sich  fortpflanzten.  Was  die  Verbreitung  des  Seduliuscommentars
  betrifft,  so  haben  wir  oben  von  der  vollständigen
Ueberlieferung  in  der  Tegernseer  Hs.  und  von  dem  Fragment
in  der  Windberger  Hs.  gesprochen,  wozu  noch  zu  bemerken
ist,  dass  beide  in  keinem  Abhängigkeitsverhältniss  stehen  und
dass  die  Tegernseer  Hs.  Correcturen  nach  einem  abweichenden ­
  Exemplar  erfahren  hat.  Von  zwei  anderen  Hss.  konnte
vermuthet  werden,  dass  sie  den  Commentar  enthalten  oder  enthalten ­
  haben.  Trotz  dieser  geringen  handschriftlichen  Ueberlieferung, ­
  so  weit  sie  mir  bekannt  wurde,  kann  der  Wahrscheinlichkeitsbeweis ­
  geführt  werden,  dass  dieser  Commentar
im  Mittelalter  viel  gelesen,  gekannt  und  entweder  direct  oder
in  freier  Weise,  indem  die  Schüler  die  Lehren  des  Meisters  in
nächster  Zeit  verwerteten,  benützt  wurde.  Ist  es  doch  geradezu ­
  auffallend,  dass  vom  IX.  Jahrhundert  ab  die  Hss.  zu
Sedulius  gi-össtentheils  mit  Glossen  übersäet  sind,  während  die
ältesten  Codices,  der  Taurinensis  und  das  fragmentum  Mediol.
von  Glossen  frei  sind.  Wir  wollen  einige  Glossare  dieser  Art
mit  Rücksicht  auf  den  vorliegenden  Commentar  untersuchen.
Vorher  soll  jedoch  noch  constatirt  werden,  dass  Anhaltspunkte ­
  einer  vom  Carmen  abgesonderten  Vei’breitung  dieses
Commentars  oder  anderer  unter  Benützung  des  Remigius  ausser
den  oben  angegebenen  Abschi’iften  sich  Anden.  Der  Cod.
Mon.  lat.  14420  s.  XII,  ein  Sammelwerk  von  Glossaren,
enthält  f.  145—148  Glossen  zu  Sedulius,  von  denen  eine  Zahl
sicher  aus  Remigius  stammt,  wenn  nicht  etwa  beide  Glossatoren
  eine  Quelle  benützt  haben.  Vgl.  Expositio  f.  17  Supercilium.
  Cilium  dieitur  pars  corporis  .  i.  pellis,  qua  teguntur
oculi;  jcillere'  dicunt  graeei  monere,  inde  cilia  dicuntur  a  mouendo
  sicut  palpebrae  a  palpitando.  Hinc  supercilia  dicuntur
pili,  qui  supereminent  oculis.  cf.  Cod.  Mon.  Cilium  pellis  dicitur,
  qua  reguntur  oculi  .  ,cillere‘  dieitur  mouere  inde  (in  cod.)
cilia  dicuntur  a  mouendo  uel  1  dicuntur,  quia  celant  oculos.
Exp.  f.  19  Caenon  graece  commune  latine,  inde  caena  dicitur
  a  communicarxdo,  quia  ibi  multi  apud  antiquos  prandebant.
  Cod.  Mon.  Cenon  graece,  latine  dieitur  commune,  inde
cena  a  communicando,  quia  commune  Omnibus  datur  quod

1  cf.  Isid.  Etym.  XI,  8.
            
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