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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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Hu  emer.

bona  fecit.  f.  141  Capite  enim  omnia  membra  reguntur,  similiter
  mente  cogitationes  u.  äbnl.
Wir  haben  demnach  gefunden,  dass  dieser  Commentar
sowohl  durch  die  in  ihm  zu  Tage  tretende  Gelehrsamkeit  und
Bekanntschaft  mit  vorhergehenden  und  älteren  Autoren,  ferner
durch  die  Art  und  Weise  grammatisch-etymologischer  Erklärungen ­
  nach  Inhalt  und  Form,  endlich  durch  die  eingestreuten ­
  philosophischen  Bemerkungen,  die  einen  auch  in  dieser
Wissenschaft  bewanderten  Mann  verrathen  —  nicht  blos  in  unverkennbarer ­
  Beziehung,  sondern  vielmehr  in  naher  Verwandtschaft ­
  zu  den  Schriften  das  Remigius  stehe,  so  dass  nun  zu  den
äusseren  Gründen  bedeutende  innere  Gründe  hinzutreten,
die  für  die  Autorschaft  des  Remigius  Zeugniss  ablegen.  Auch
die  allgemeine  Bemerkung,  die  man  fast  an  allen  Erklärungsschriften ­
  des  Remigius  gemacht  hat,  nämlich  dass  die  Erklärungen ­
  häutig  nichts  als  einfache  Wortumschreibungen  enthalten, ­
  trifft  völlig  auch  bei  diesem  Commentar  zu,  indem  an
vielen  Stellen  das  poetische  Wort  des  Sedulius  einfach  nur
durch  ein  bekannteres  umschrieben  wird,  eine  Methode,  die
den  Werth  solcher  Schriften  nur  verringern  kann.  Damit
schliessen  wir  den  Beweis,  dass  diese  Exposition  in  opus  paschale
  den  Remigius  von  Auxerre  zum  Verfasser  habe.
Die  Schriften  des  Remigius  waren  im  Mittelalter  angesehen, ­
  darum  wurden  sie  auch  verbreitet.  Von  seiner  lateinischen ­
  Schulgrammatik  wurde  schon  bemerkt,  dass  sie  bis  in
späte  Zeit 1  als  Schulbuch  verwendet  wurde.  Seine  anderen
grammatischen  Schriften  waren  nicht  in  gleichem  Grade  verbreitet, ­
  soweit  jetzt  ein  Ueberblick  möglich  ist;  nur  von  dem
Commentar  zu  Martianus  Capelia  ist  eine  grössere  Zahl  von
Hss.  bekannt.  Ueberhaupt  aber  kann  die  Geschichte  dieser
Schriften  nicht  zum  Gegenstand  einer  Untersuchung  werden,
so  lange  sie  nicht  vollständig  vorliegen,  so  lange  auch  bei
zwar  bekannten  Schriften  die  Autorschaft  noch  nicht  völlig
sicher  gestellt  ist.  Wir  haben  bereits  gesehen,  wie  einzelne
unter  dem  allgemeinen  Titel  ,Glossae‘  ohne  Namen  des  Ver-1

  Remigii  fundamentum  scolarium,  gedruckt  Basel  1499.  8.  Der  in  der
Wiener  Hofbibliothek  erhaltene  Druck  scliliesst:  Remigius  Impressus
Lyptzik  per  Aruoldum  de  Colonia.
            
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