Der Ausgang des medischen Reiches.
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und ehrte ihn wie einen Vater; 1 dessen Tochter Amytis aber
empfing zuerst mütterliche Ehre' — mit Beiden wird wohl die
herkömmliche Erzählung von Cyrus’ Grossvater und der Mutter
abgethan —; ,dann ward sie', nachdem ihr Mann wegen der
Lüge, dass er Astyiagas’ Versteck nicht wisse, getödtet worden
war, ,als Gattin zu Cyrus gebracht'. Mit der letztem Wendung
ist wohl auch der Relation von Cyrus’ Ehe mit der Tochter
des letzten Mederkönigs, der Xenophon folgte, Genüge gethan.
Der abgesetzte König lebt dann im Hyrkanerlande 2 bei
den Barkamern. Von dort soll er durch einen Eunuchen
Petisakas zu Cyrus und Amytis nach Persien gebracht werden,
,die verlangten, ihn zu sehen'. Wiederum tritt aber Oebares
dazwischen und veranlasst den Eunuchen, den gestürzten Herrn
Medicns an wüstem Orte — der Weg führte über Rhaga, wo
Pirruvartis gefangen ward — ,von Hunger und Durst umkommen
zu lassen, was auch geschah'. Wie Amytis im Traume
die Schändlichkeit entdeckt und Rache nimmt, hat für uns
kein weiteres Interesse. Doch mag erinnert werden, dass die
Schindung dieses Eunuchen eine verwünschte Aehnlichkeit mit
der des Eunuchen Masabates hat, welche auf Parysatis, gleichsam
Ktesias’ Herrin, Befehl zur Rache für den Tod des jüngern
Cyrus vollzogen ward." 3
Mit Plerodot’s, Ktesias’ und Xenophon’s Büchern, einiger
Phantasie und besten Falles jüngerer orientalischer Sagenbildung,
konnten nun wohl die späteren Geschichtschreiber von
dem Ausgange des medischen Reiches ein Bild entwerfen, in
welchem Züge jener drei ursprünglichen Darsteller unmittelbar
entgegentreten und andere, neue den Leser doch unterhalten
und selbst zuweilen belehren.
In diesem Sinne mögen in Deinon’s während der Feldzüge
Alexanders des Grossen zu Ende gebrachten Persika die
1 ArjoOsvva os Tziocxv; zx/zlou^ ;jr.b Otßapa osOrjvai, XuÖfjvat os Ct:’ auiou tou
Kupou [J.ST* ou fioXu xai to; xazlpa TqxqOqyai. Ktesias S. 46 (Müller).
2 Müller’s Anmerkungen zu Ktesias S. 61. Wenn Justinus I, 6, 16 (Jeep)
gibt: eumque ducem genti Hyrcanorum praeposuit, so wird das wohl
auf eine doppelte gelehrte Erklärung Deinon’s (s. u. S. 502) zuriiekgehen.
3 riutarch Artaxerxes 17.