Der Ausgang des modischen Reiches.
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Helden Name ist nun ersichtlich eigentlich kein königlicher; als
König nannte er sich ja vielmehr Sattarritta; aber in Herodot’s
Relation ist er zu dem eines medischen Reichsgründers geworden,
zu einem Nachfolger des auch in den assyrischen Inschriften
unter den medischen Fürsten zu Särgons’ Zeit hervorragenden,
wenn gleich keineswegs zu einem Gesammtkünige gewordenen
Dejokes. Dieser hatte doch Ansehen genug, dass die Assyrer ein
befestigtes Local als Bit-Daj.aukku bezeichnen konnten: man
begreift, dass sich die Erinnerung an ihn bei den Medern
erhielt. Als dessen Sohn bezeichnet uns aber Herodot einen
älteren Phraortes und schildert ihn als den ersten eigentlichen
Reichsgründer, auch einmal 1 als Vater des historisch unzweifelhaften
Kyaxares. Dieser Phraortes vergilt den Persern, was
seinem echten Vorbilde zu Darius’ Zeiten misslang: er greift
die Perser zuerst an: ,er machte sie zu Unterthanen der Meder'
(I, 102). In der That weiss nicht nur Darius’ grosse Annaleninschrift
von Behistan nichts von irgend welcher frühem Unterthänigkeit
seines Volkes, 2 sondern es erwähnen auch die assyrischen
Inschriften die Perser nicht ein einziges Mal. 3 Herodot’s
oder sagen wir lieber: der medischen Relation Phraortes aber
erscheint nun gestützt auf Meder und Perser, ,die Beide stark
waren', und er unterwirft, genau wie von Cyrus 4 berichtet wird,
,ganz Asien, ein Volk nach dem andern'. 5 Dann greift er
,die Assyrer von Ninive' an — wir wissen ja, wie harte Kämpfe
Pirruvartis auf assyrischem Boden bestand fi — ,und gieng dabei
mit dem grössten Theile seines Heeres zu Grunde'. Dass dieser
Racheact medischen Volksgeistes in den neueren Büchern als
echte Geschichte vorgetragen und zur Grundlage gelehrter Com-1
Kyaxares wird freilich I, 73 Phraortes’ Sohn genannt, aber I, 16 nur
AqVoxecb' aTioyovoc. Der weise Dejokes selbst ist I, 96 auch einmal ein
Sohn des Phraortes. — Ich will aber doch bemerken, dass Diodor II, 32
überhaupt nur Kyaxares als den von Herodot bezeichneten Reichsgründer
nennt.
2 Vgl. oben S. 484, Anm. 1.
3 Schräder Keilinschriften und Geschichtsforschung 173.
4 Kupo; rav eQvo; xaraaTpE^otisvoi; xai oookv rcapietg I, 177.
r ’ ■/.aTEorpeoETo trjv ’Aafojv ar’ aXXou et:’ aXXo nov IQvog I, 102.
6 Vgl. oben S. 485, Anm. 5 und 6.
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. XCVI. Bd. II. Hft.
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