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Werner.
fünf Perioden mit den drei ägyptischen Perioden der Götter,
Heroen und Menschen springt in die Augen. Das tadelnde
Urtheil, welches Amari über die pythagoräische Construction
als Rückschrittstheorie ausspricht, trifft natürlich auch die von
Vico als tiefsinnige Weisheit bewunderte ägyptische Periodisirung
der Geschichte; es handelt sich hier eben um einen
jener Punkte, in welchen nach Amari’s Urtheil Vico’s Philosophie
der Menschheit dringendst einer Berichtigung und Umbildung
bedarf. Amari bemängelt die mythisirenden Traditionen
über die Weltalter insoweit, als sie gegen die Idee einer fortschreitenden
Entwickelung der Menschheit ausgebeutet werden
wollen; abgesehen hievon sieht er in denselben den allerdings
entstellten Reflex einer tieferen Wahrheit, die auf Offenbarung
beruhen und aus urzeitlicher oder vorzeitlicher Ueberlieferung
stammen möchte. Diess zu vermuthen, bestimmt ihn der in
der Bibel erzählte gottgesendete Traum des Nebukadnezar von
der aus vier Metallen zusammengesetzten Statue; 1 er wundert
sich, dass der mit der Bibel vertraute Vico 2 die Unterscheidung
zwischen einem goldenen, silbernen, ehernen und eisernen
Weltalter einfach nur für eine poetische Erfindung später Zeiten
nehmen mochte, welche das Heroenalter schon weit hinter sich
hatten.
Die unmittelbare Quelle der Lehre Vico’s von der kreisläufigen
Bewegung des Lebens der Völker glaubt Amari in
Plato gefunden zu haben, welchen Vico selbst wiederholt als
einen seiner Lehrer und Hauptgewährsmänner bezeichne; hätte
er nicht aus Plato geschöpft, so müsste man sagen, er habe
die platonischen Ideen nochmals erfunden. Plato vereinige in
seinen Anschauungen über die Entwickelung der Menschheit
die etruskische Lehre von den Weltperioden, die Lehre der
Griechen von den auf einander folgenden Weltaltern, die pythagoräische
Idee von der ursprünglichen Vollkommenheit und
dem nachfolgenden continuirlichen Sinken der Menschheit, die
ägyptische Lehre von den drei Zeitaltern, die brahmanische
Lehre von dem durch Erinnerung wieder gefundenen Besitze
1 Amari macht (Critica, p. 298) auf die Nachbildung dieses Traumgesichtes
bei Dante (Infern. XIV, v. 103—115) aufmerksam, unter Beifügung einer
Erklärung dieser Stelle.
2 Seconda Scienza nuova, Lib. II, p. 291.