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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Der  Ausgang  des  medischen  Reiches.

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Texte  dieser  Inschriften,  soweit  sie  überhaupt  vorhanden,  sowohl ­
  der  altpersische,  als  der  assyrische,  als  der  medische,
zu  vollem  Verständnisse  gebracht  worden  sind,  so  braucht
man  sich  nur  den  verschiedenen  Charakter  derselben  gegenwärtig ­
  zu  halten,  um  sie  wie  andere  Urkunden  benutzen  zu
können.  Der  altpersische  Text  gibt  wohl  Darius’  eigene  Auffassung ­
  am  treuesten  wieder. 1  Die  assyrische  Uebersetzung  erlaubt ­
  sich  Kürzungen 2  und  selbst  an  Darius’  Grabinschrift
Veränderungen  in  religiösen  Dingen,  so  dass  hier  z.  B.  die
Eingangsformel  nicht  mehr  correct  lautet:  ,Ahuramazda  ist
ein  grosser  Gott;  er  hat  die  Erde  erschaffen,  er  hat  den
Himmel  erschaffen',  sondern: 3  er  ist  ,der  grösste  der  Götter,
der  Himmel  und  Erde  erschaffen  hat'.  In  der  medischen
Uebersetzung 4  ist  Ormazd:  ,Gott  der  Arier',  wird  die  arische
Herkunft  des  Königs  besonders  hervorgehoben  und  jede  dem
Meder  geläufige  Localangabe  nicht  weiter  mit  erklärenden
Beisätzen  versehen.  Die  gegenseitige  Ergänzung  und  Erklärung ­
  der  Texte  hat,  wie  es  scheint,  sonst  kein  Bedenken.
Hier  ist  zunächst  festzustellen,  dass  Cyrus  selbst  in  der
Inschrift  eines  zu  Senkereh  gefundenen  Ziegels  sich  bezeichnet
als:  ,der  mächtige  König,  Kambyses’,  des  mächtigen  Königs,
Sohn'. 3  Das  stimmt  nicht  zu  irgend  welcher  Abhängigkeit
dieses  Kambyses  von  einem  fremden  Reiche.  Eben  so  berühmt ­
  sich  Darius  in  der  Einleitung  der  Behistaninsclirift: 6
,seit  langer  Zeit  ist  unsere  Familie  eine  von  Königen.  Acht
meines  Geschlechtes  waren  Könige  vor  mir;  ich  bin  der
neunte;  seit  langer  Zeit  sind  wir  Könige'.  Darius  erkennt
sonach  in  der  Unabhängigkeit  der  Stellung  keinen  Unterschied
für  die  Achämenidenkönige.  Man  kann  das  doch  schwer  mit

1  Spiegel,  die  altpersischen  Keilinschriften  1862.  G.  Kawlingon  Herodotus  II.
(2.  Aufl.)  Menant,  les  Archemenides  1872.  Die  medische  Uebersetzung
bei  Oppert  a.  a.  0.
2  Wie  das  namentlich  in  der  persepolitanisclien  klar  ist,  welche  die  Provinzen ­
  ausser  Persien  und  Medien  nicht  einzeln  aufführt.  Menant  81.
3  Menant  96.
1  Oppert  12  flgde.
0  Rawlinson,  five  monarchies  (II.  ed.  1871)  III,  367  flgde,  der  auf  beide
Thatsachen  zuerst  aufmerksam  macht.
6  Columne  1,  §.  3  und  4.  Menant  104.

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