Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

464

Dombart.

und  nicht  eine  der  beiden  ältesten  Ausgaben  als  Muster  vorlag, ­
  erhellt  daraus,  dass  I,  11,  18  pecora  im  Text  fehlt  (siehe
oben  !)  und  I,  31,  9  duplex  statt  pulex  steht.  Ausser  dem  Text
finden  sich  hier  ganz  vereinzelt  kurze  Noten  am  Rande.
Die  nächstfolgende  Ausgabe  der  Instructionen  war  die
von  Schurzfleisch  in  Wittenberg.  Der  Titel  derselben  ist:
Commodiani  poetae  Christiani  instructiones  adversus  gentium
deos  pro  Christiana  disciplina,  Primum  in  Germania  editae,
recognitae  et  auctae  accessione  dissertationis  Henrici  Dodwelli
  de  aetate  Commodiani,  cum  Praefatione  Henrici  Leonardi
  Schurzfleischii.  Vitembergae  Saxorum.  Apud  Christianum
  Schroedterum,  Acad.  Typogr.  Anno  1705.
Mit  einiger  Ostentation  macht  Schurzfleisch  darauf  aufmerksam, ­
  dass  seine  Ausgabe  Commodians  die  erste  auf  deutschem ­
  Boden  erschienene  sei.  Wir  müssen  aber  leider  sagen,
dass  Deutschland  keinen  besondern  Anlass  hatte,  auf  diese
literarische  Novität  stolz  zu  sein.  Ihr  Hauptvorzug  besteht  in
der  Beigabe  einer  vortrefflichen  Abhandlung  Harry  Dodwells
über  das  Alter  Commodians,  worin  derselbe  gegen  die  Marotte
des  Rigaltius,  der  Commodian  zu  einem  Zeitgenossen  des
Papstes  Silvester  und  des  Kaisers  Constantin  machen  will,
mit  Glück  polemisirt  und  den  überzeugenden  Nachweis  liefert,
dass  der  Dichter  der  Zeit  Cyprians  sehr  nahe  stehen  müsse.
Von  geringerem  Werth  ist  die  langathmige  praefatio  Schurzfleischs
  selbst,  worin  nichts  wesentlich  Neues  geboten  wird.
Die  Hauptsache  aber,  der  Text  und  die  Noten  der
Instructionen,  ist  nichts  als  ein  fast  buchstäblicher
Abdruck  der  Ausgabe  von  1666.  Von  der  Existenz  der
eigentlichen  editio  princeps  hatte  Schurzfleisch  damals,  wie
es  scheint,  noch  keine  Ahnung.  Zur  Verfügung  stand  ihm
offenbar  blos  die  dritte  Ausgabe.  Als  erste  Ausgabe,
die  er  übrigens  als  perrara  bezeichnet  und  wahrscheinlich
auch  nicht  zu  Gesicht  bekommen  hatte,  gilt  ihm  die  vom
Jahre  1650.
Wie  mechanisch  er  dem  unvollkommenen  Abdruck  vom
Jahre  1666  folgt,  will  ich  durch  einige  Beispiele  darthun.
Acrost.  I,  11,  18  ist  bei  Schurzfleisch  wie  in  der  ed.  IH
nach  Admeti  quoque  das  Wort  pecora  ausgefallen,  obwohl  hier
wie  dort  im  Lemma  der  Note  steht:  Admeti  pecora.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.