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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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W  erner.

dass  der  Mensch  in  den  Mittelpunkt  der  Weltbetrachtung  tritt,
und  alles  Andere  ausser,  über  und  unter  dem  Menschen  mit
Beziehung  auf  sich  selbst  erkennt  und  versteht.  Damit  soll  der
Standpunkt  einer  abstracten  Vernunftmetaphysik  überwunden,
und  das  stofflich  empirische  Wissen  in  ein  von  genialen  Aspirationen ­
  durchdrungenes  lebendiges  Erfahrungswissen  umgesetzt
werden,  in  steter  Aufeinanderbeziehung  von  Bild  und  Idee,
in  deren  wechselseitiger  Durchdringung  sich  das  selbsteigene
Wesen  des  Menschen  als  Ineinsbildung  von  Geist  und  Stoff
abdrücken  soll.  Es  ist  kein  Zweifel,  dass  hiemit  das  Ideal
einer  philosophischen  Weltkenntniss  angedeutet  sei,  die  ihre
höchsten  und  kühnsten  Ziele  dann  erreicht  hat,  wenn  sie  im
Universum  einen  lebendigen  Spiegel  des  menschlichen  Selbst
erkannt,  und  wie  den  Menschen  aus  der  Idee  des  Ganzen,
welchem  er  als  Weltwesen  angehört,  so  jenes  Ganze  aus  der
Idee  des  Menschen,  und  Beide  zugleich  auch  ihrem  Verhältniss
zu  ihrem  gemeinsamen  absoluten  Grunde  verstanden  hat.  Das
Ideal  einer  solchen  Erkenntniss  schwebte  in  der  That  auch
Vico  vor;  er  verlegte  sich  aber  den  Weg  zur  werkthätigen
Anstrebung  desselben  gleich  im  voraus  dadurch,  dass  er  beim
historischen,  durch  sein  Verhältniss  zur  Gesammtgattung  bedingten ­
  und  bestimmten  Menschen  stehen  blieb,  ohne  zur  Idee
des  Menschen  als  solchen,  des  Menschen  als  lebendigen  Selbstwesens ­
  vorzuschreiten,  um  aus  dieser  Centralidee  heraus  den
Menschen  und  seine  Geschichte  und  die  in  diese  Geschichte
verschlungene  Geschichte  des  Universums  als  der  contrapositiven ­
  geschöpflichen  Nachbildung  des  absoluten  göttlichen  Seins
zu  verstehen.  In  seiner  Auffassung  des  Menschen  geht  dieser
in  der  Bezogenheit  auf  die  Gattung  auf,  und  ist  derselben  nur
insoweit  entrückt,  als  er  durch  die  verborgenen  Einwirkungen
des  Göttlichen  über  sie  emporgehoben  wird;  der  dem  Menschen
immanente  Grund  seiner  lebendigen  Selbstigkeit  wird  vom
Menschen  nicht  erfasst  und  aufgedeckt.  Amari  geht  bei  scheinbarer ­
  Erweiterung  des  geistigen  Gesichtskreises  Vico’s  hinter
diesen  zurück,  lässt  die  erfolgreichen  Bemühungen  Vico’s  um
eine  lebendige  Concretisirung  der  allgemeinen  Weltauffassung
bei  Seite,  und  sucht  als  Ontologist  seinen  Rückhalt  in  einer
allgemeinen  Lehre  vom  Seienden,  aus  welcher  durch  stets
distinctere  Gestaltung  des  allgemeinen  Gedankens  vom  Seienden
            
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