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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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J.  Müller.

einen  Gedanken,  der  genügend  ausgedrückt  ist,  mit  fast  den
gleichen  Worten  noch  einmal  aussprechen.  Es  müsste  doppelte
Stilisirung  angenommen  werden,  von  der  nur  die  eine  Variation ­
  bestimmt  gewesen  wäre  zu  bleiben,  wenn  beide  Sätze  als
Plinianisch  anerkannt  werden  sollten.  Doch  ist  auch  das  an
sich  wenig  wahrscheinlich,  um  so  weniger  aber,  weil  zwar  sola
haec  pugna  est  mit  cum  eo  solo  conluctatur  sich  deckt,  aber  nicht
ebenso  cum  venenum  in  visceribus  reperit  mit  veluti  praesendus
invento,  der  zweite  Theil  des  zweiten  Satzes  vielmehr  eine
Wiederholung  von  nisi  invenerit  quod  in  homine  perimat  ist.  Es
wird  daher  der  zweite  Satz  sola  haec  pugna  est,  cum  venenum
in  visceribus  reperit  als  Glosse  auszuscheiden  sein.
27,  22.
Alypon  cauliculus  est  molli  capite,  non  dissimile  betae,  acre
gustatu  ac  lentum  mordensque  vehementer  et  accendens.  alvorn
solvit  in  aqua  mulsa  addit.o  sale  modico,  minuma  potio  duarum
drachmarum,  media  quatuor,  maxuma  sex,  ea  purgatione  quibus
datur  e  gallinaceo  iure.
Den  nackten  Ablativ  purgatione  weiss  ich  unter  keiner
Categorie  dieses  Casus  unterzubringen;  denn  wie  das  Alypon
verordnet  und  genommen  wird,  ist  damit  nicht  bezeichnet.
Und  ea  purgatione  e  gallinaceo  iure  als  angeschobenen  absoluten ­
  Ablativ  zu  nehmen,  hätte  zwar  grammatisch  bei  Plinius
keinen  Anstand,  aber  erheblichen  Anstoss  bietet  dann  der
müssige  Zusatz  quibus  datur,  als  ob  für  einen  andern  als  für
den,  der  das  Mittel  anwendet,  die  Gebrauchsanweisung  hinzugefügt ­
  werde.  Dass  ferner  purgatio  concret  in  der  Bedeutung
von  purgamentum  gebraucht  wäre,  könnte  mit  Analogien  gestützt ­
  werden.  Allein  die  Hinzufügung  dieses  Wortes  wäre  doch
nur  dann  natürlich,  wenn  die  angeschobene  Gebrauchsanweisung ­
  von  dem  Alypon  überhaupt,  nicht  von  der  zuletzt  angegebenen ­
  Dosis  von  6  Drachmen  zu  verstehen  wäre;  denn  in
letzterem  Falle  würde  das  blosse  ea  ohne  purgatio  zu  setzen
gewesen  sein.  Mithin  ist  die  angeschobene  Bestimmung  mit
dem  Vorausgehenden  unvereinbar.  Denn  vorher  ist  angegeben,
dass  das  Alypon  gewöhnlich  in  aqua  mulsa  addito  sale  modico
genommen  werde.  Der  Bericht  des  Plinius  will  also  scheiden
            
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