Emendationen zur Naturalis Historia des Pliniua. IV.
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23, 82; 23, 89; 20, 142; 28, 260; 35, 196; 21, 125; 15, 123:
23, 161; 35, 185. Nun könnte immerhin daneben aus dem
reichen Vorrath griechischer oder römischer Fabeleien auch
dies entnommen sein, dass omphacium blos im Munde gehalten
gegen Schweiss gut sei, 1 aber die Vergleichung mit der rationellen
Anwendung und dass der ersteren die stärkere Wirkung
zugeschrieben wird, macht die Sache verdächtig, und zwar um
so mehr, als der ganze Abschnitt von der Heilkraft des Oeles
sonst von derartigen Fabeln frei gehalten ist. Es wird daher
sudores cohibet, wie bei Dioskorides von si contineätur unabhängig
und als selbständige Bemerkung aufzufassen sein. Dann
aber muss alibi verdorben sein.
Für die Emendation ist wiederum zu beachten, dass es
bei Dioskorides 1, 29 heisst v.cd oSivxwv -/.pa-ruvw/.ov. Das bietet
Anhalt für eine Angabe über die Festigung der Zähne und
alibi könnte leicht aus stabilit verdorben sein. Wird dies eingesetzt,
so braucht das Ganze nicht als geschlossener Satz gegeben
zu werden — die Ergänzung von dentes aus colorem
dentium wäre etwas hart —, sondern es kann magis quam stabilit
als lose angeschobene Bemerkung genommen 2 und geschrieben
werden:
si contineätur in ore, colorem dentium custodit, magis quam
stabilit. sudores cohibet.
23, 109.
Cortice punici ex vino cocti et inpositi perniones sanantur.
So die Handschriften und die Ausgaben. Es mag zugegeben
werden, dass cortice punici cocti noch denkbar sei, aber
verkehrt ist cortice punici inpositi. Denn wenn schon der ganze
Apfel aufgelegt werden muss, so wird auch ihm und nicht blos
der Schale die Wirkung zuzuschreiben sein. Es ist zu lesen:
cortices punici ex vino cocti et inpositi perniones sanant..
Der Plural kann mit Rücksicht auf §. 107 uvam in his
ac ne mustum quidem, sed protinus vinum aperuit natura, utrumque
asperiore cortice gewählt sein, d. i. weil die Schale des Apfels
1 Dass hiermit nicht, auf eine Linie zu stellen sei, was 31, 30 vom kalten
Wasser und 31, 102 vom Salz angegeben wird, braucht kaum bemerkt
zu werden.
2 Vgl. meine Beitr. z. Kritik u. Erkl. des Tacitus 2. S. 36 f.