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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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J.  Müller.

Blätter  im  Texte  des  Plinius  auch  deshalb  nicht  fehlen,  weil
§.  54  eine  Abweichung  in  dieser  Hinsicht  aufgeführt  wird,
welche  jene  Angabe  voraussetzt:  cuius  et  foliorum  et  fruticis
amplitudo  maiuscula  est.  Es  wäre  also  einfach  zu  schreiben:
parvis  foliis,  floribus  rutae  candidis  etc.
Dass  Plinius  von  einer  Aehnlichkeit.  mit  der  Blüthe  der
Raute  statt  mit  den  Blättern  der  Raute  spricht,  kann  als  eine  bei
ihm  nicht  ungewöhnliche  Ungenauigkeit  hingenommen  werden. 1
Plinius  hat  den  Gebrauch  des  beschreibenden  Ablativ
(seltener  des  beschreibenden  Genetiv)  mit  Vertretung  des  Adjectivs
  durch  einen  Genetiv  stark  erweitert,  indem  er  als  regierende ­
  Substantiva  nicht  blos  solche  setzt,  die  eine  Eigenschaft
bezeichnen,  sondern  jedes  beliebige  Concretum.  2  Er  sagt  nicht
blos  ciceris  magnitudine  22,  101,  sondern  auch  ganz  gewöhnlich
folio  origani  12,  89,  seltener  venmi  serpentimn  11,  86.  Vgl.  8,  72
leucrocotam  pernicissimam  feram  asini  feri  magnitudine,  chmibus
cervinis,  collo,  cauda,  pectore  leonis,  capite  melium.  8,  75  fade
et  auriculis  hominis,  ocidis  glaucis,  colore  sanguineo,  corpore  leonis. ­
  8,  95;  8,  184  candicans  macula  cornibus  lunae  crescere  incipientis.
  12,  109  arbor  zizipld  foliis,  semine  coriandri  candido,
odorato.  12,  128  (folia)  platani  divisura.  15,  24  foliis  oleastri
bacisque.  19,  48;  19,  124;  19,  166;  15,  25  semine  uvarum  gracilium
  pallidarumque.  26,  96  radice  fascini.  Vgl.  22,  60  seinen
ei  est  effigie  scorpionis  caudae  und  27,  125  (semen)  est  incipientis
  olivae. 3  Dieselbe  Ausdrucksweise  findet  auch  ausser  dem
beschreibenden  Ablativ  und  Genetiv  Anwendung  26,  162  arsenogonon
  äb  ea  semine  oleae  nec  alio  distat.  13,  60  pomum  inclusum
amggdalae  putamine.  27,  94  capitula  sunt  plena  seminis  melanthi.
Vgl.  Sillig  zu  35,  3.
Wenn  nun  in  dem  einen  Punkte  mit  Hilfe  des  Codex  d
Plinius  mit  sich  selbst  in  Einklang  gebracht  und  die  sachliche

1  Vollständige  Uebereiustimmuug  mit  llioskorides  Hesse  sieb,  wenn  es  geboten ­
  schiene,  nach  den  im  Texte  sogleich  anznführendeu  Beispielen,  besonders ­
  15,  25  uud  26,  96  unschwer  so  herstellen:  parvis  foliis,  ßoribus
folii  rutae,  candidis  etc.  Vgl.  jedoch  tfrliehs  Urtheil  a.  a.  O.  ,neque  hoc.
nos  morabitur  quod  folia  floris  eum  ramorum  foliis  a  Plinio  permutautur‘.
2  Vgl.  meine  Beitr.  z.  Kritik  und  Erklärung  d.  Tacilus  i.  S.  39  ff.
3  25,  129  semine  vitidi  narium  kann  heissen.  ,mit  einer  Kalbsnase'.  Vgl.
Theophr.  Hist,  plant.  9,  19,  2  poayou  fitva«  r/=:.
            
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