Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

422

J.  Müller.

so  führen  die  Schriftzüge  eiuce  vi  zu  der  Ergänzung  lactucae
vice,  womit  der  Satz  abzuschliessen  wäre:
exit  et  e  cauliculo  sucus  lacteus  lactucae  vice,  ita  cum  induruit,
  dentium  dolori  medetur.
War  dies  die  ursprüngliche  Passung  der  Stelle,  so  erklärt
sich  auch  leicht  die  sachliche  Unrichtigkeit.  Eben  der  Vergleich ­
  mit  der  lactuca,  der  sich  allerdings  nicht  auf  die  Beschaffenheit ­
  des  Saftes,  sondern  auf  die  Art,  wie  er  gewonnen
werde,  bezog,  wird  sie  veranlasst  haben.
Wie  hier  verweist  Plinius  auch  §.  199  bei  Gewinnung  des
Saftes  aus  dem  Pfeffer  auf  das  Verfahren  bei  der  lactuca.  Ueber
die  lactuca  selber  wird  §.  58  und  61  gehandelt.
Et  setzt  exit  e  cauliculo  sucus  lactucae  vice  den  tribus  modis
  exprimendi  gegenüber.  Zu  lactucae  vice  vgl.  21,  60  sed  ubi
convaluere,  rutae  vice  fruticant.  9,  147  (urtica)  iactari  se  passa
fluctu  algae  vice.  18,  110  pumicis  vice  fistulosa.  17,  53;  9,  14;
6,  136.
Mit  ita  wird  zuweilen  scheinbar  überflüssiger  Weise  eine
unmittelbar  vorhergehende  Bestimmung  noch  einmal  aufgenommen; ­
  es  ersetzt  also  hier  ein  Participium  wie  carptus  (§.  61).
Vgl.  21,  159  putant  usu  eins  quandam  ita  gratiam  his  veneremque
  conciliari.  24,  28.  Hand  Tursell.  3  p.  482,  2.
21,  32.
Von  §.  31  an  wird  vom  Safran  gehandelt  und  §.  32  über
die  Fälschung  desselben  bemerkt:
Adulteratur  nihil  aeque.  probatio  sinceri,  si  inposita  manu
crepitet  veluti  fragile;  umiäum  enim  quod  evenit  adidtevatione.
cedit  altera  probatio,  si  manu  relata  ad  ora  leniter  fadem  oculosque
  m'ordeat.  (Detlefsen.)
Salmasius  Verbesserung  des  überlieferten  crepit  kann  als
sicher  angesehen  werden.  Desgleichen  wird  die  Vulgata  cedit
allen  anderen  Verbesserungsversuchen  vorzuziehen  sein.  Aber
noch  ist  die  Stelle,  wie  sie  in  den  Ausgaben  gestaltet  ist,  nicht
ganz  heil.  Wirklich  feucht  ist  der  gefälschte  Safran  sicher
nicht  gewesen,  oder  er  musste  es  wenigstens  nicht  sein;  ihn
trocken  auf  den  Markt  zu  bringen  werden  die  Fälscher  sich  um
so  mehr  haben  angelegen  sein  lassen,  als  auch  der  ächte  für
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.